Hannover - Vier Tage nach dem Familiendrama in Hannover-Misburg ist am Freitagabend in einem Hotel in Brehna in Sachsen-Anhalt der seitdem flüchtige 20 Jahre alte Sohn als Tatverdächtiger festgenommen worden.
Wie die Polizei in Hannover mitteilte, stürmten Einsatzkräfte nach dem Hinweis einer Hotelangestellten das Zimmer. Der 20 Jährige soll am Dienstag seinen 56-jährigen Vater erstochen und die 52 Jahre alte Mutter schwer verletzt haben.
Die Hotelangestellte hatte den Gesuchten auf einem Fahndungsfoto in den Medien erkannt. Der Verdächtige hatte einen Selbstmordversuch unternommen und wurde mit Verletzungen an den Handgelenken ins Krankenhaus gebracht. Zudem hatte der 20-Jährige Tabletten geschluckt. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht. Am späten Abend wurde Haftbefehl erlassen.
Zeugen wollen nach Polizeiangaben gesehen haben, dass er nach der Tat mit einem Auto davonfuhr. Der gesuchte Wagen wurde bei der Verhaftung am Freitag in der Nähe des Hotels gefunden. In dem Fahrzeug befand sich blutverschmierte Kleidung.
Das Drama begann nach ersten Ermittlungen am frühen Dienstagmorgen. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie vermutlich von Hilfeschreien geweckt worden waren. Beamte fanden das blutüberströmte Ehepaar vor der Tür seines Doppelhauses im hannoverschen Stadtteil Misburg. Tatwaffe war ein mindestens 30 Zentimeter langes Küchenmesser. Ob es vor der Tat zu einem Streit gekommen war, ist noch unklar.
Der Sohn war das einzige Kind des Paares. Er lebte vermutlich bei einer Freundin, war aber noch bei seinen Eltern gemeldet. (dpa)
