BRÜHL. Sie paddeln aus Spaß an der Freude und genießen dabei die Natur. Für die Wassersportfreunde Brühl-Heide ist der Heiderbergsee längst zum zweiten Zuhause geworden. In Eigenarbeit haben sie sich dort ein stattliches Vereinsheim geschaffen, mit Bootshaus, Steg und sogar eigenem kleinen Sandstrand. Heute feiert der Verein sein 40-jähriges Bestehen. Alle Brühler sind eingeladen.
Mitte der 60er Jahre entstand im Zuge der Rekultivierungsmaßnahme der Rheinischen Braunkohlewerke der Heider Bergsee. Er hat eine Größe von 35 Hektar und wurde schnell ein Eldorado für alle Wasserfans. Schon früh erkannten auch die Brühler Wassersportfreunde die Vorzüge des Sees. Am 26. Mai 1967 schlossen sie sich zum Verein zusammen. Nicht nur einzelne Sportler, sondern ganze Familie kamen, um ihre Freizeit in den Sommermonaten gemeinsam und aktiv miteinander zu gestalten. Entsprechend groß und geräumig wurde das Vereinsheim geplant, mit dessen Bau der junge Verein bereits im Juni 1967 beginnen konnte. Um die Kosten niedrig zu halten, packten viele Mitglieder mit an. Von Hand zogen sie eine Art Schützhütte mit Umkleidekabinen hoch, bauten die Uferbefestigung und legten das Plateau an. Als an Christi Himmelfahrt 1968 die Anlage eingeweiht wurde, hatte der Verein 60 Mitglieder. Doch fertig waren die Wasserfreunde da mit ihren Bauarbeiten noch nicht. In einem zweiten Bauabschnitt schufen die sie das Clubhaus und die Toilettenanlage, deren Einweihung zum Saisonstart am 15. Mai 1970 gefeiert wurde. Was jetzt noch fehlte war ein großes Bootshaus. Der Bau wurde bei der Jahreshauptversammlung 1976 beschlossen. Ein Jahr später, beim zehnten Jubiläum, war dann auch das Bootshaus fertig. Heute bieten zwei Bootshäuser Platz für die rund 85 Paddelboote der ebenso vielen aktiven Mitglieder. Vor zwei Jahren wurden das Clubhaus und die sanitären Anlagen komplett renoviert.
Vorsitzender
seit 18 Jahren
Vereinsvorsitzender Bert Burg blickt zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben es geschafft, die Zukunft des Vereins zu sichern, sagte er stolz mit Verweis auf die aktive Jugendarbeit. Die nächste Generation, die den Verein einmal weiterführen werde, stehe schon in den Startlöchern. Wenn Burg von den Wassersportfreunden spricht, dann spürt man, dass der Verein ein Teil seines Lebens ist. Vor 18 Jahren wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Seither hält er in Einvernehmen aller Mitglieder das Ruder in der Hand. Keine Stunde, die er zusammen mit den Kollegen für den Verein ehrenamtlich gearbeitet hat, möchte er missen. So ein Verein funktioniert ja nur, wenn alle mit anpacken, betonte Burg. Insbesondere der zehnköpfige Vorstand gehe da mit gutem Beispiel voran. Schon bei der Anmeldung muss sich jedes Mitglied verpflichten, mindestens zehn Stunden im Jahr bei Festvorbereitungen oder Renovierungsarbeiten des 2300 Quadratmeter großen Vereinsareals mitzuhelfen.
Jeden Winkel des rund fünf Kilometer langen Ufers kennen Burg und seine Mitstreiter wie ihre Westentasche. Sie wissen, wo man beispielsweise Schildkröten von bis zu 30 Zentimeter Länge beobachten kann. Die Wassersportfreunde haben auch festgestellt, dass der Fischbestand im See zurückgegangen ist. 1989 wurde die Seeanliegergemeinschaft gegründet. Unser Ziel ist es, aufkommende Probleme direkt und auf kürzestem Weg gemeinsam zu lösen, so Burg. Alljährlich übernimmt die Anliegergemeinschaft auch die Seereinigung, bei der Ufer und Gewässer von den Hinterlassenschaften der Besucher befreit werden. Das tun wir, weil uns der See und die Natur drum herum wirklich am Herzen liegen, sagte er.