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Neue ApfelsorteSapora schmeckt knackig und süß

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Züchter Gerhard Baab mit seiner neuen Apfelsorte Sapora. (Foto: Homey)

RHEINBACH – Am 15. Oktober wurde die neue Sorte „AW 106“ von Gerhard Baab vom Kompetenzzentrum Gartenbau des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Klein-Altendorf der Fachwelt vorgestellt und erhielt vom Lizenzinhaber Bruno Essner vom internationalen Baumschulkonsortium International Fruit Obtention (IFO), Frankreich, ihren neuen Markennamen. Da sich der Apfel besonders durch seinen hervorragenden Geschmack auszeichne, wird er zukünftig „Sapora“ heißen, abgeleitet von Sapor, dem lateinischen Wort für Geschmack. Hausherr Werner Riedel (DLR) lobte die Zusammenarbeit mit der Bonner Universität, dem Forschungszentrum Jülich und der Landwirtschaftskammer.

Derzeit sind bei den Verbrauchern besonders süße und saftige Äpfel gefragt, doch nicht nur der Geschmack ist ausschlaggebend dafür, dass neue Obstsorten gezüchtet werden. Vor allem gelte es, den Ertrag zu steigern, verriet Gerhard Baab.

Eigentlich habe er seinen Auszubildenden damals noch am Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler nur zeigen wollen, wie eine neue Apfelsorte entsteht und im Jahr 1990 die Sorten Rubinette und Fuji gekreuzt, erzählte der Züchter. Das Produkt des Projektes sei so vielversprechend gewesen, dass sich zahlreiche Sortentests anschlossen. Die neue Sorte sei besonders saftig und besitze einen süßen und aromatischen Geschmack. Der Ertrag sei regelmäßig und sehr hoch. Mit etwa 55,5 Tonnen pro Hektar liegt er nur knapp hinter dem Spitzenreiter Pinova, der 60 Tonnen pro Hektar Anbaufläche verspricht. Außerdem zeichne sich die „AW 106“ durch ihre Fruchtgröße von 200 bis 300 Gramm, eine befriedigende Lagerfähigkeit und durch den vitalen und gesunden Baum aus.

Ein Nachteil sei die geringe Fruchtfarbe, die ein mehrmaliges Durchpflücken erforderlich mache. Daher sei der Apfel auch nur für günstige Lagen geeignet. Außerdem ist die Frucht druckempfindlich und anfällig für Schorfkrankheiten, also nicht für ökologischen Anbau geeignet. „AW 106“ reift in den ersten beiden Oktoberwochen und ist auch zum Backen gut geeignet.

2005 hatte das DLR Rheinpfalz den Apfel zum Sortenschutz angemeldet. Im Dezember 2008 wurde dieser erteilt. Die Lizenz zur Vermehrung der Apfelbäume wurde vom Land Rheinland-Pfalz an das IFO vergeben. Der Lizenzvertrag wurde von Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, und Bruno Essner unterzeichnet.

Damit die neue Apfelsorte bald von den hiesigen Obstbauern angebaut werden und sich ihren Platz im Sortiment erobern kann, hat die IFO bereits eine Unterlizenz an das deutsche Baumschulkonsortium Artus-Group erteilt. Die Verbraucher werden also noch etwas auf die neue Sorten warten müssen.