BAD HONNEF-RHÖNDORF. Das Gemäuer steht in absoluter Top-Lage, doch es ist zugleich eine „mehr und mehr verbleichende Herrlichkeit", wie nicht nur Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden findet. Jetzt aber könnte sich am Hotel Bellevue am Rhöndorfer Rheinufer etwas tun: Bad Honnefs Technischer Beigeordneter Bernd-Josef Vedders präsentierte am Donnerstag erstmals Pläne von Investoren, die das Hotel zu einem Wohngebäude umbauen wollen. „Ein vernünftiger Ansatz", meinte Vedders.
Umbau des
Gebäudes
Er begleitete Feiden bei ihrem Termin „Bürgermeisterin vor Ort". Der Rundgang durch Rhöndorf stieß auf großes Interesse der Bürger; Themen waren neben dem Hotel-Projekt Probleme mit blockierten Rettungswegen im historischen Ortskern, die Entwicklung auf dem Gelände der Villa Merkens und die weiteren Pläne für den Business-Park.
„Wir würden uns freuen", sagte Bernd-Josef Vedders zu den Hotel-Plänen. Demnach würden die vorhandenen Gebäude umgebaut; das Erdgeschoss würde entkernt und Platz für Autos bieten, auf dem Dach soll ein Penthouse entstehen. Die so genannten Rheinterrassen sollen abgerissen werden; hier planen die Investoren die Öffnung zum Rhein hin und eine terrassenförmige Anlage inklusive Biergarten.
In einem „zweiten Schritt" soll auf den nördlichen Flächen neben dem Hotel ein Neubau entstehen. Dafür, betonte Vedders, wäre aber ein aufwändiges Bebauungsplanverfahren nötig. Ob sich die Neubauten - sie wurden von einigen Rhöndorfern eher skeptisch betrachtet - in dem landschaftlich sensiblen Gebiet realisieren lassen, ist indes wohl nicht sicher. Der Beigeordnete schloss „Abstriche" an den Plänen nicht aus. Eine Hotel-Nutzung werde es für das gelbe Gemäuer nicht mehr geben. Es sei mit 56 Zimmern zu klein, um wirtschaftlich zu sein, sagte Vedders.
Kurz zuvor hatte Feiden am Businesspark-Gelände gesagt: „Man hat den Eindruck, dass sich hier seit Jahren nichts tut. Aber hier sind heute mehr Menschen tätig als früher bei Penaten." Und wenn alles klappt, werden es noch mehr: Wie berichtet, soll im früheren Penaten-Verwaltungsgebäude an der Rhöndorfer Straße ein „Ärztehaus" mit 22 Fachärzten sowie Apotheke, Optiker und Orthopädiehandel entstehen. Vedders: „Wir sind gespannt, ob das hohe Ziel auch eingehalten werden kann."
Um einen „Vollsortimenter" auf dem Businesspark-Gelände ansiedeln zu können, muss dagegen der Bebauungsplan geändert werden. In einer der nächsten Sitzungen des Planungsausschusses soll das Thema auf die Tagesordnung kommen, kündigte Vedders an. Das Einzelhandelsgutachten für Bad Honnef hatte fehlende Einkaufsmöglichkeiten in Rhöndorf aufgezeigt. Nachgedacht wird nun über ein 1200 bis 1500 Quadratmeter großes Geschäft (vermutlich Edeka).
Zu Beginn des Rundgangs hatte Ordnungsamtsleiter Richard Thomas nachdrücklich an die Rhöndorfer Bürger appelliert, beim Abstellen ihrer Autos aufzupassen. Der Grund: Bei einer Testfahrt der Feuerwehr in Richtung Löwenburger Tal (Löwenburgstraße) ging nichts. „Im Ernstfall wäre die Feuerwehr nicht durchgekommen." Selbst ein Rettungswagen hätte Schwierigkeiten gehabt. „Das Problem ist nicht zu leugnen, eine Lösung ist aber schwierig", sagte Wally Feiden mit Blick auf das Parkplatzproblem im Ortskern und speziell auf dem Ziepchesplatz. Die Stadt denke derzeit darüber nach, „wo wir in zumutbarer Entfernung für Dauerparker Flächen schaffen können." Parkuhren oder Parkscheiben auf dem Ziepchesplatz „wollen wir eigentlich nicht", sagte Feiden - und vernahm zustimmendes Murmeln.
Zu der geplanten, von vielen Rhöndorfern abgelehnten Bebauung des Parks der früheren Landvolkshochschule an der Konrad-Adenauer-Straße wartet Vedders nach eigenen Angaben auf überarbeitete Pläne des Investors. Der Beigeordnete erinnerte, dass der Planungsausschuss unter anderem eine Reduzierung der Geschosse von drei auf zwei (plus Staffelgeschoss) gefordert habe. Das Erzbistum als Eigentümer habe den Optionsvertrag mit dem potenziellen Investor BIG gerade bis zum 31. Dezember verlängert.