PAFFRATH – In drei verschiedenen Bundesländern hat Antje Weiler schon unterrichtet. Seit dem 1. Februar leitet sie die Integrierte Gesamtschule Paffrath: „Ich bin gut aufgenommen worden.“
Ihr Studium absolvierte Weiler in Saarbrücken und ging dann nach Hessen. Später wechselte sie nach Langerwehe. Vor der IGP war sie sechs Jahre stellvertretende Schulleiterin an der Anne-Frank-Gesamtschule in Düren: „Es war an der Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.“ Seit zwei Wochen ist Weiler auf Kennenlerntour durch Bergisch Gladbach. Bei den Gesprächen mit dem Schulamt habe sie festgestellt, dass gegenseitig großer Wert auf eine funktionierende Kooperation gelegt werde.
Unterricht gibt die neue IGP-Chefin vorerst nicht. Das Problem, die 128 Kollegen mit dem richtigen Namen anzusprechen, will sie zuerst lösen. Aber ohne den Kontakt zu den Schülern geht es nicht: „Ich möchte bald wieder mit einer reduzierten Stundenzahl starten. Der Unterricht fehlt mir.“
Als Weiler von der Stellenausschreibung erfuhr, musste sie nicht lange überlegen. Das Lehrinstitut genießt über die Grenzen der Kreisstadt hinaus einen guten Ruf. An diesen erinnerte sich die 50-Jährige („Genau das richtige Alter für eine Schulleiterin“) und bewarb sich: „Die IGP ist breit aufgestellt und weist in vielen Bereichen eine hohe Qualität auf.“
Seit zwei Jahren ist die Gesamtschule auch Europaschule (siehe Infokasten). Das Angebot zieht sich durch alle Fächer. Es gibt bilingualen Unterricht, der die zeitgemäße Haltung der Paffrather Institution unterstreicht.
Doch nicht nur Sprachtalente erhalten hier eine intensive Förderung. Der naturwissenschaftliche Bereich kommt ebenfalls nicht zu kurz. Dieses Profil will Weiler weiter schärfen.
Ein weiteres Standbein ist die ausführliche Begleitung bei der Berufswahl. Die Schüler lernen ihre eignen Stärken und Schwächen kennen, um sich mit ihrem Profil genau auseinanderzusetzen. Der vierte Punkt, der für das Paffrather Modell steht, ist der Bereich Kultur. Die Kunst- und Musiklehrerin will sich auch hier engagieren. Im Ortsteil trifft die neue Schulleiterin auf Menschen, die ihr Hobby teilen: „Ich war lange Zeit Trompeterin in einer Big Band.“ Mit der Harmonie Paffrath hat sie eine Gruppe gefunden, die in Rhein-Berg zu den erfolgreichsten Vertretern dieser Richtung zählt. Die klassische Musik hat es ihr ebenso angetan.
Viel mehr als Schloss Lerbach hat die Wahl-Kölnerin von der Strunde-Stadt bislang noch nicht gesehen. Wichtiger sind die Gespräche mit der Elternschaft. Die Mütter und Väter beteiligen sich rege am Schulleben. Gerade traf sich der Arbeitskreis „Europaschule“. Für Weiler ein wichtiger Eckpfeiler ihrer Tätigkeit: „Die Schule lebt von Menschen, die sie gestalten. Wir müssen auf dem Weg bleiben und die Qualität steigern.“
Einen positiven Eindruck hat die Oberstufe der Paffrather Gesamtschule auf ihren neuen Chef gemacht. Es handle sich um junge Erwachsene, die sich engagierten und auch politische Themen angingen.
Als überzeugte Vertreterin des integrierten Schulsystems begrüßt Weiler die Einführung der Sekundarschule in Nordrhein-Westfalen zum kommenden Schuljahr: „In Europa sind wir die einzige Ausnahme, die noch dreigliedrig aufgestellt ist. Doch dieser politische Weg ist schwierig und kann nur langsam beschritten werden.“
