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Neue SerieErntefrische Bohnen sind wieder gefragt

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Den alten Kramer-Traktor setzen Friedhelm Heuser und seine Frau Elisabeth nur noch selten ein. Lediglich zur Aussaat wird eine Maschine genutzt. (Fotos: Klose)

Brühl – Ein Leben ohne seinen Hof und ohne die tägliche Arbeit auf seinen Feldern möchte sich Friedhelm Heuser gar nicht vorstellen. Bauer zu sein, das war und ist für ihn der Traumberuf. Nirgends sonst nämlich spürt er das Leben intensiver, als auf den Feldern bei der Arbeit. Die Erntezeit liebt er besonders, auch wenn er dann alle Hände voll zu tun hat, um all die anfallenden Arbeiten zu bewältigen.

Weitgehend abgeschlossen ist nun die Ernte der Buschbohnen. „Jetzt sind die Stangenbohnen reif", sagt der 47-jährige Landwirt. Gut kann er sich noch an Zeiten erinnern, in denen die Nachfrage nach diesem Sommergemüse um ein Vielfaches höher war. „Bohnen lassen sich hervorragend einkochen und sogar ähnlich wie Sauerkraut im Steintopf sauer eingelegt im Keller für den Winter lagern", weiß er. Auch seine Mutter hätte so noch Vorräte für den Winter geschaffen. Dabei wurden die geschnittenen Bohnen in einen hohen Steintopf mit Salz gemischt und mit einem Gewicht sehr eng zusammengepresst. „Sauer werden die Bohnen dann von ganz alleine", erklärt er. „Früher wurden Bohnen deswegen auch noch im ganzen Vorgebirge angebaut", erinnert sich Friedhelm Heuser.

Heute findet man rund ums Jahr Bohnen in fast allen Variationen küchenfertig in den Tiefkühlregalen. Nur noch verhältnismäßig wenige Hausfrauen kochen oder frieren deswegen das schmackhafte Gemüse selber ein. Entsprechend ist die Nachfrage zurückgegangen. Erst in jüngster Zeit beobachtete Friedhelm Heuser wieder ein deutlich steigendes Interesse, insbesondere an regionalen Erzeugnissen der Saison - auch an seinen Bohnen.

Friedhelm Heuser führt den Hof in der siebten Generation. Sein Ur-Ur-Ur-Großvater Theodor Hummelsheim hat das Anwesen 1848 auf der Euskirchener Straße 31 gekauft und den Hof aufgebaut. Über 20 Jahre lang hatte Friedhelm Heuser zunächst mit seinen Eltern Andreas und Katharina Heuser eine Betriebsgemeinschaft, bevor er 2004 den Hof als alleiniger Inhaber übernahm. Der Senior ist aber bis heute noch recht aktiv in die täglichen Arbeiten eingebunden. Sein Vater hatte sogar noch Kühe, Schweine und Hühner auf dem Hof gehalten. Von den vielen Gesprächen mit ihm weiß Friedhelm Heuser auch, dass sein Vater als junger Mann die Felder noch mit dem Pferdepflug beackert hat. Erst in den 1950er Jahren zog die Technik ein. Als Zeugnis dieser Zeit ist bis heute noch der offene Kramer-Traktor Baujahr 1963 mit 18 PS im Einsatz, den Vater und Sohn heute gleichermaßen lieben und pflegen. Doch meistens ist es Andreas Heuser (71), der damit etwa dem Unkraut zwischen den Kohl-Kulturen auf den Feldern Zuleibe rückt.

Die Bohnen allerdings müssen wie schon zu Großvaters Zeiten mit der Hand geerntet werden. Lediglich zur Aussaat ab Mitte Mai nutzt Friedhelm Heuser eine mechanische Saat-Maschine. Zunächst wachsen seine Buschbohnen unter Folie. Die Stangenbohnen reifen ohne Folien unter freiem Himmel. Auch die bis zu drei Meter hohen Bohnenstangen, an denen sich die Rankenpflanzen emporwinden, werden von Hand in den Boden gesetzt.

Insgesamt bewirtschaftet Friedhelm Heuser 27 Hektar. Neben Getreide, das auf etwa einem Drittel seiner Ackerfläche wächst, baut er Gemüse an: Rhabarber, Bohnen aber auch Kohl, Kartoffeln, Sellerie und Kürbisse. Das Gemüse verkauft er unter anderem in seinem Hofladen, den seine Frau Elisabeth managt. So wie ihr Mann möchte auch sie das Leben auf dem Bauernhof nicht missen. Ob jedoch später auch eine der beiden Töchter des Landwirts, Sofia (15) und Anna (13), die gleiche Freude an der Arbeit haben werden, ist noch offen. „Die Auflagen auch für kleine Betriebe werden immer größer", sagt Friedhelm Heuser. Er wäre deswegen gar nicht so traurig, wenn seine Töchter einen anderen Beruf erlernen.