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Neues aus der HexenkücheWenn Sauerkraut zu Marmelade wird . .

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In der „Hexenküche“ zaubern Martina Roos (r.) und Maria Valperz alle möglichen Konfitüren. (Foto: Krempin)

ECKENHAGEN – „Man müsste einfach mal etwas Besonderes machen.“ Mit diesem kurzen Gedanken begann die Geschichte der „Fehlberg Hexenküche“. Die beiden Nachbarinnen Maria Valperz und Martina Roos wollten etwas zu dem kleinen Markt rund um das jährliche Kappesfest am Heimat- und Bauernhofmuseum in Reichshof-Eckenhagen beisteuern. Da beide gerne kochen und in der Erntezeit jede Menge frisches Obst in ihren Gärten anfällt, begannen sie, mit Marmeladen zu experimentieren. „Unsere Marmeladen sollte es nicht im Geschäft zu kaufen geben“, sagt Valperz.

In den ersten Jahren begeisterten die Nachbarinnen ihre Kunden mit fruchtigen Brotaufstrichen, 2005 keimte eine neue Idee. In der Hexenküche der beiden wurde Sauerkraut zu Marmelade. „Das sollte ursprünglich ein Gag sein“, erinnert sich Roos. Aus dem Gag ist inzwischen Kult geworden. Die Kappes-Marmelade, die aus Sauerkraut, Äpfeln, Pfeffer, Gelierzucker und einer streng geheimen Würzmischung besteht, hat Fans gewonnen.

Und ihr Ruf ist bis nach Süddeutschland gedrungen, wo eine Leserin der OVZ vom Kappesfest und der Hexenküche erfuhr. Valperz: „Sie hat uns ausfindig gemacht und um das Rezept gebeten.“ Das Rezept bekam die Anruferin nicht, da bleiben die Damen hart. „Marmelade hätten wir ihr geschickt, unsere Mischung aber wird nicht verraten.“Zur Kappes-Marmelade, die auf kräftigem, dunklen Brot wunderbar schmeckt, gesellte sich irgendwann eine Zwiebelmarmelade, die mit hausgemachtem Kräuterbalsamico verfeinert wird und super zu Wild-Gerichten passt. Auch mit Kartoffeln probierten die erfinderischen Hexen eine Marmelade aus. Die schmeckte ein bisschen nach Marzipan und hatte die Konsistenz von Honig. Warum sie trotzdem aus dem Programm verschwand, wissen die Nachbarinnen heute nicht mehr.Alle Kreationen werden erst einmal in kleinen Mengen gekocht und den Versuchskaninchen aus Familie und Nachbarschaft vorgesetzt. Daher stammt auch der Name „Hexenküche“.

„Unsere Nachbarinnen fragten uns dann immer, was wir denn wieder gehext hätten.“ Geerntet wird im Herbst. Dann legen die beiden mit Äpfeln, Holunder, Beeren, dem Sauerkraut, das von den Mitgliedern des Heimatvereins frisch hergestellt wird, und Zwiebeln los. Etwa 150 Gläser Marmelade werden vor jedem Kappesfest frisch befüllt, dazu kommt seit einiger Zeit ein kleines Sortiment an Likören. Die Gläser spenden meist die Nachbarn. Ein guter Teil des Verkaufserlöses kommt dem Heimatmuseum zugute. In diesem Jahr gab es beim Fest wieder ein Erlebnis mit der Kappes-Marmelade. Ein Kölner hatte am Samstag ein Glas gekauft und kam Sonntag wieder, um noch mehr mitzunehmen. Da allerdings waren die Hexen ausverkauft, und der Kölner richtig traurig.

An einem Rezept arbeiten die zwei schon länger. „Eine Bekannte hat mal scherzhaft bemerkt, dass sie gern von uns eine Bratkartoffel-Rollmops-Marmelade hätte. Noch wissen wir nicht wie, aber irgendwann kriegen wir auch das hin.“