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Neues Zentrum für Bruch-Operationen

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Zur Operation eines Leistenbruchs begeben sich in Deutschland noch immer 80 Prozent der Patienten für mehrere Tage ins Krankenhaus. Nur 20 Prozent aller Bauchwandbrüche, zu denen auch Nabel- und Narbenbrüche zählen, werden ambulant operiert. „Dieses Verhältnis möchten wir umkehren“, sagt der neue Chefarzt für Chirurgie in Merheim, Professor Dr. Markus Heiss. Die Voraussetzungen sind bereits geschaffen.

Vor wenigen Tagen ging das „Hernienzentrum Köln“ am Merheimer Klinikum mit zwei hochmodernen OPs in Betrieb. Rund 1000 ambulante Bauchwandoperationen sollen dort im Jahr vorgenommen werden, kündigen die Leiter des Zentrums, Professor Heiss und Dr. Michael Schweins an. Bislang wurden in Merheim durchschnittlich 150 Patienten jährlich an Bauchwandbrüchen operiert - ausschließlich stationär.

In dem neuen Zentrum auf der ersten Etage der Lungenklinik stellen sich Patienten zunächst vor. „Danach entscheiden wir, ob eine ambulante Operation gemacht werden kann und welche Methode am günstigsten ist“, erläutert Schweins, der im Rechtsrheinischen noch eine chirurgische Gemeinschaftspraxis betreibt. Dabei werde Patienten mit Leistenbruch - dem häufigsten chirurgischen Eingriff - in der Regel zur altbewährten Operation mit einem bis zu sechs Zentimeter langen Schnitt in der Leiste geraten, so der Unfall- und Gefäßchirurg. Bei einem doppelseitigen oder bereits voroperierten Leistenbruch hingegen könne die „Schlüssellochchirurgie“ vorteilhafter sein.

Ist je nach Alter und körperlicher Verfassung ein stationärer Eingriff erforderlich, werden die Patienten wie bisher in der Chirurgie aufgenommen. Wird der Bruch ambulant operiert, begeben sie sich morgens nüchtern zur Operation ins Hernienzentrum. Nach dem Eingriff werden die Patienten noch einige Zeit in einem Aufwachraum überwacht, bis Narkosearzt und Chirurg ihr „Okay“ für die Entlassung geben. Wie bei jeder ambulanten Operation, betonen die beiden erfahrenen Chirurgen, müsse eine Betreuung zu Hause sichergestellt sein. Im Falle von Komplikationen sind die behandelnden Ärzte Tag und Nacht Ansprechpartner. Sie übernehmen auch die Nachsorge.

Das neue Hernienzentrum, in dem Chirurgen aus der Merheimer Klinik und aus der Praxis von Dr. Schweins operieren, gehört zum „Zentrum für angewandte Chirurgie“ (ZAK), das im Oktober startbereit sein soll. Denn mit der Operation von Bauchwandbrüchen an zwei Tagen in der Woche sind die beiden ambulanten OPs längst nicht ausgelastet. An den übrigen Tagen sind im ZAK zum Beispiel handchirurgische Eingriffe, Schrittmacher-Implantationen oder auch Arthroskopien von den Merheimer Klinikärzten geplant.