Abo

Neurologie„Viele Krankheiten des Gehirns sind heilbar“

2 min

Bergisch Gladbach – „Die Neurologie ist für viele Menschen ein ganz fremdes, beängstigendes Feld“, hat Professor Thomas Els festgestellt. „Und so manche Erkrankung des Gehirns gilt deshalb bis heute quasi als unheilbar.“ Dass dies nicht so ist, dafür setzt sich Els in Bergisch Gladbach ein - als Chefarzt der Klinik für Neurologie am Marien-Krankenhaus. Vor fünf Jahren hat er die Station gegründet, vor zwei Jahren eine „Stroke Unit“ eingerichtet, die jetzt bereits als einzige im Rheinisch-Bergischen Kreis zertifiziert ist: Els legte ein flottes Tempo vor.

Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Polyneuropathien (neurologisch bedingte Muskelerkrankungen): Das sind nur einige Beispiel für Befunde, die nach wie vor als Endstation gelten. „Aber nehmen Sie einmal das Beispiel Parkinson“, erläutert Prof. Els. „Dabei haben wir mittlerweile eine integrative Therapie, zu der Krankengymnastik, Ergotherapie, Logotherapie, eine differenzierte medikamentöse Behandlung bis hin zur tiefen Hirnstimulation gehören. Dies kann den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen oder sogar stoppen.“

Die gleichen Vorurteile bei Multipler Sklerose: „Früher war man der Meinung, Menschen mit MS landen automatisch im Rollstuhl“, sagt Els. „Heute haben wir so gute Medikamente, dass Betroffene ein Leben führen können, das der Normalbevölkerung entspricht und auf seinen eigenen Beinen alt werden kann.“ Stichwort Epilepsie: „Auch hier können wir mittlerweile relativ genau die Gründe für die Erkrankung herausfinden und beseitigen.“ Intensive Diagnostik und Früherkennung spielen auch bei Demenzpatienten eine große Rolle, die in fortgeschrittenem Stadium von der Geriatrie des Hauses weiter behandelt werden.

Eins greift ins andere - „das ist besonders wichtig, wenn es um die möglichst frühe Diagnose von Hirnerkrankungen geht“, betont Prof. Els.

Dies gilt besonders für Schlaganfall-Patienten, was dem Neurologen besonders am Herzen liegt. „Time ist brain“, so das Motto, „Zeit rettet Gehirn“, könnte man frei übersetzen. „Wenn Menschen nach einem Schlaganfall sofort zu uns kommen, können wir ihnen eine hohe Lebensqualität erhalten“, so Els.

„Mit Hilfe einer Lysetherapie, die intravenös gegeben wird, können wir ein Gefäß, das beim Schlaganfall verstopft wurde, wieder öffnen, so dass das Blut wieder durchfließen kann.“ Das geschieht in der „Stroke Unit“, die sieben Betten umfasst. Drei Ärzte und sieben Assistenten betreuten im letzten Jahr hier 850 Patienten - „das entspricht ungefähr den Zahlen der Kölner Uniklinik“, betont Els. Übrigens: Auch Erfahrung durch Routine ist ein Kriterium bei der Zertifizierung.

http: / / www.mkh-bgl.de/de/ kliniken_neurologie.php