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Niemand bot für den Adlerhof

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HÜRTH. In Alt-Hürth droht der Verlust einer weiteren Traditionsgaststätte. Gestern sollte der Adlerhof an der Alstädter Straße unter den Hammer kommen. Doch beim Versteigerungstermin am Amtsgericht in Brühl fand sich am Vormittag kein Bieter.

Eine Bank hatte die Zwangsversteigerung beantragt, weil die Eigentümerin der Immobilie bei ihr mit einem sechsstelligen Betrag in der Kreide steht. Auch die Hürther Stadtkasse fordert offene Grundsteuern für die Zeit seit Oktober 2005 ein.

Ein Gutachter taxiert den Wert des Gasthofs mit zwei Wohnungen, der um das Jahr 1900 herum errichtet worden war und mehrfach renoviert wurde, auf 180 000 Euro. Ein potenzieller Käufer hätte mindestens 70 Prozent dieser Summe bieten müssen - für weniger als 126 000 Euro hätte die Bank das Gemäuer nicht hergegeben.

Doch das war den drei ernsthaft Interessierten im Saal acht des Amtsgerichts zu viel, zumal sie für eine Kanalsanierung demnächst noch einmal rund 30 000 auf den Tisch legen müssten.

Auch die Wirtsleute Katharina und Peter Falkenberg überlegten, ob sie ein Gebot abgeben sollen. Das Ehepaar hat die Gaststätte seit 2005 gepachtet. Jedoch: „Die Preisvorstellungen der Bank sind einfach zu hoch“, sagte Peter Falkenberg. Der 62-jährige Gastwirt ist besorgt, dass ein neuer Eigentümer den Pachtvertrag kündigen könnte. „Das Haus wird dann bestimmt abgerissen“, glaubt er.

Während das Wirtsehepaar um seine berufliche Existenz bangt, fürchten die Stammgäste, dass die gastronomische Landschaft in Alt-Hürth wieder einmal ein Stück ärmer wird. „Hier gab es früher einmal über 20 Gaststätten“, sagte einer der Stammgäste des Adlerhofs, die ihren Wirt gestern ins Amtsgericht begleitet hatten. „Davon sind heute nicht einmal ein halbes Dutzend übrig geblieben.“ Ohnehin sei es heute schwierig, als Gastwirt wirtschaftlich über die Runden zu kommen, ergänzte Peter Falkenberg.

Nach dem erfolglosen Versteigerungsversuch durften die Wirtsleute erst einmal aufatmen. Denn den nächsten Termin vor dem Amtsgericht wird es wohl erst im kommenden Frühjahr geben, und dann gebe es schließlich auch noch Kündigungsfristen, so Peter Falkenberg. Weil sich diesmal kein Bieter fand, wird es übrigens auch im nächsten Anlauf keinen Zuschlag unterhalb des Mindestgebots geben.