BLANKENHEIM. Jeweils im Frühjahr und im Herbst treffen sich die Kulturwarte der Eifelvereins-Ortsgruppen zu meist eintägigen Informationsveranstaltungen und Exkursionen. Jetzt gaben sie sich auf Anregung des Blankenheimer Kulturministers Peter Baales ein Stelldichein in Blankenheim, um von dort aus zunächst das Ahrstädtchen mit Burg und Kirche sowie dem einzigartigen Tiergartentunnel zu besichtigen. Außerdem führte die Exkursion zu den Burgen Dollendorf, Kronenburg, Schmidtheim und Reifferscheid.
Bei diesen Treffen greift der Hauptverein mit seinem Hauptkulturwart Bernhard Wimmer bevorzugt auf die Kulturwarte aus den Ortsgruppen zurück. Als ausgezeichneter Kenner der Geschichte Blankenheims mit seinem bedeutenden Grafengeschlecht sowie des zur Wasserversorgung der Burg im Mittelalter dienenden Tiergartentunnels erwies sich der ehemalige Blankenheimer Lehrer Peter Baales. Er stellte auch die Schlossruine Dollendorf sowie das (ehemalige) Wasserschloss Schmidtheim der gräflichen Familie von Beissel vor.
Baales Part übernahmen in Kronenburg Hans Brunstein und in Reifferscheid Michael Hamacher. Der Kreis Euskirchen gilt als das an Burgen reichste Gebiet Europas. Mehr als 130 Burgen, Schlösser und burgenähnliche Gebäude, meist aus dem Mittelalter, zeugen von der reichen Historie dieses Landstrichs und der Vielzahl kleinerer Herrschaftsbereiche. Burgen und Schlösser ließen aber auch die Machtfülle der kleineren Territorialherren erahnen und die Notwendigkeit wehrhafter Anlagen aufgrund vielfacher kriegerischer Auseinandersetzungen erkennen.
In der Eifel meist
Höhenburgen
Dabei dominieren im südlichen Kreisgebiet, dem ehemaligen Kreis Schleiden, die Höhenburgen, auch als Abschnitts- oder Spornburgen bezeichnet. Sie seien, so die Referenten, wegen ihrer Wehrhaftigkeit eine Erkenntnis aus den Kreuzzügen des 10. bis 12. Jahrhunderts. Sichtbares Zeugnis gäben vornehmlich die Burgen Blankenheim, Kronenburg und Reifferscheid; die Wildenburg, wobei Letztere allerdings nicht besucht wurde. Sie gilt heute als besterhaltene Höhenburg des Kreises.
Ausnahmen bildeten im südlichen Kreisgebiet die ursprünglichen Wasserburgen Dalbenden und Schmidtheim; diese Burgform mit ihren markanten Wassergräben als Verteidigungsanlagen treffe man ganz überwiegend im nördlichen Kreisgebiet an. (eb)