Vorbei sind die Zeiten, als Winterjacken nur dick, Jogginghosen bequem und Sportunterwäsche vor allem praktisch sein sollten. Heute steckt High-Tech in Sportkleidung, denn sie soll schweißdurchlässig und wasserabweisend zugleich sein. Manche Teile wirken sogar antibakteriell.
Der Tragekomfort erfordert aber einen höheren Pflegeaufwand. Denn wer die Jogginghose mit der Bettwäsche ins Normalprogramm der Waschmaschine gibt, bringt die teuren Stücke schnell um ihre spezielle Ausrüstung, und manches fängt an zu müffeln.
Regel eins lautet: „Das Pflegeetikett beachten!“ Darauf stehe meist genau, was zu tun und zu lassen sei, sagt Bernd Glasse vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel in Frankfurt. „Oft sind diese Anweisungen sehr strikt. Daher empfiehlt es sich, im Zweifel das Teil reinigen zu lassen.“ Meist geht s aber einfacher - unter Beachtung der Regeln zwei und drei.
„Um von Aktivwäsche lange etwas zu haben, sollte man flüssiges Feinwaschmittel nehmen und nur bei 30 Grad waschen“, rät das Forschungsinstitut Hohenstein in Bönnigheim. Ideal sei für alles direkt am Körper Getragene zwar eine Waschtemperatur von 60 Grad, erklärt Silvia Frank vom Deutschen Hausfrauenbund in Karlsruhe. Aber bei höheren Temperaturen werde die „Faserausstattung“ schneller ausgewaschen.
Einen Unterschied macht auch das Waschmittel: „Pulver hat eine bessere Reinigungskraft. Aber die darin enthaltenen Wasserenthärter können die Kapillaren der Fasern (Leitbahnen für den Schweiß) verstopfen“, erläutert Frank. Und auf Weichspüler sollte unbedingt verzichtet werden. „Er kann die Funktionsfähigkeit der Membranen negativ beeinflussen“, warnt das Forschungsinstitut Hohenstein. Auch Vollwaschmittel sollte wegen der enthaltenen optischen Aufheller tabu sein.
Eingestellt wird am besten das Feinwaschprogramm, denn dessen geringere Drehzahl schont die Wäsche. Auch sollte die Maschine nie zu voll gepackt werden. Verschwitzte Teile sollten schnell gewaschen werden, denn Schmutz, Staub und die Salze im Schweiß können die schweißableitende Wirkung der Fasern beeinträchtigen.
Das trifft vor allem auf Unterwäsche, Socken und andere direkt auf der Haut getragenen Teile zu. Daher rät Frank, die Stücke selbst bei einer Wandertour oder während des Skiurlaubs abends immer kurz auszuwaschen - notfalls mit etwas Duschgel oder nur mit klarem Wasser.
In Funktionswäsche mit antibakterieller Funktion sind Stoffe enthalten, die Mikroorganismen abtöten und Keime ersticken, um Gerüche zu verhindern. Diese Funktion verliert sich aber laut den Hohensteiner Instituten nach mehreren Wäschen. Silvia Frank rät für solche Kleidung zu milder Bleiche oder speziellen Sportwaschmitteln: „Die wirken geruchsabsorbierend und sind mehr als nur gut duftende Mittel.“ Grundsätzlich hält Frank die spezielle Ausstattung aber für unnötig.
Bei Jacken und Hosen ist es mit der Wäsche aber noch nicht getan. Auf sie wartet noch die Imprägnierung. „Das sollte man möglichst nach jeder Wäsche machen. Denn die Imprägnierung ist eine Ausrüstung, die nicht nur durch Körperbewegung abgerieben oder beschädigt wird“, so die Hohensteiner Forscher. „Sie kann auch beim Waschen oder Reinigen mehr oder weniger stark abgetragen werden.“ Auch Silvia Frank rät zur „regelmäßiger Auffrischung“ - allerdings am besten in der Reinigung.