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Oberstleutnant Marcus BußFünf Monate in Afghanistan

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Marcus Buß (r.) wird fortanim Verteidigungsministerium Diensttun, sein Nachfolger ist OliverWalter (l.). Regimentskommandeur Harald Schulzwürdigte Buß’Verdienste.(Foto: Ritter)

KERPEN – Die Statistik: 28 Monate lang Kommandeur des II. Objektschutzbataillons in Kerpen, 28 Aktenordner im Büro mit jeweils mindestens 28 Vorgängen, 23 500 Manntage des Bataillons im Auslandseinsatz, wobei 1,3 Millionen Schuss Munition verbraucht wurden. Oberstleutnant Marcus Buß hat sehr genau Buch geführt über seine Zeit in der Boelcke-Kaserne, die am 26. Juni 2008 begann und nun mit der offiziellen Kommandoübergabe endete.

Ein „abwechslungsreiches und erfülltes Verbandsleben“ hatte er erwartet, wie er bei der Kommandoübergabe resümierte - die Schlagzahl und tägliche Belastung jedoch übertraf seine Vorstellungen derart, dass ihn zuweilen das schlechte Gewissen gegenüber seiner rund 550 Soldaten umfassenden Truppe geplagt habe.

Auch die Sorge um die ihm unterstellten Soldaten sei ein ständiger Begleiter gewesen, erklärte Buß, der den Emotionen in seiner Abschiedsrede einen breiten Raum zubilligte. „Ich habe immer gesagt, nur wer Menschen liebt, kann Menschen führen“, erklärte er, womit das bedingungslose Sich-Aufeinander-Einlassen gemeint sei. Auf seine „geniale Truppe“ habe er sich stets verlassen können, insbesondere auf seine Stellvertreter. „Auf der Kommandobrücke des Bataillons wusste ich mich stets gut beraten und erfuhr die ein oder andere Kurskorrektur - denn auch einem Kommandeur rutscht bisweilen das Ruder aus der schweißnassen Hand.“

Mehr als fünf Monate war Buß mit rund 80 Soldaten aus dem Regiment in Mazar-e Sharif in Afghanistan im Einsatz. „Sie haben sich gemeinsam mit ihren Männern den Gefahren gestellt“, würdigte Oberst Harald Schulz, Kommandeur des Objektschutzregiments, den Einsatz von Buß, den dieser gewohnt professionell abgewickelt habe. Auch sei ihm das nötige Quäntchen Glück beschert gewesen, mit seiner komplett unversehrten Truppe wieder die Heimreise nach Deutschland antreten zu können. Im nächsten Jahr, so Schulz, seien durchgängig Soldaten des Objektschutzbataillons in Afghanistan im Einsatz, im Januar sollen die ersten rund 80 Mann auf die Reise gehen. Für sie wird dann Oberstleutnant Oliver Walter Sorge tragen, der in Buß Fußstapfen tritt und für den der erste persönliche Einsatz in Afghanistan 2012 ansteht. Für ihn gehe ein lang gehegter Traum in Erfüllung, betonte er und sieht seine größte Herausforderung darin, die professionelle Erfüllung der militärischen Aufträge mit den persönlichen und familiären Bedürfnissen des Einzelnen so weit wie möglich in Einklang zu bringen.