Offenbacherin übernimmt Amt für evangelische Christen
Mainz – Die in Rheinland-Pfalz lebenden Mitglieder der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) haben eine neue geistliche Leitung. Die gebürtige Offenbacherin Henriette Crüwell übernimmt an diesem Freitag mit einem Gottesdienst in der Oppenheimer Katharinenkirche das Amt der Pröpstin für Rheinhessen und das Nassauer Land, wozu vor allem der Rhein-Lahn-Kreis gehört. Sie sehe es als ihre Aufgabe an, an der Entwicklung einer zukunftsfähigen Kirche mitzuwirken und dass „Menschen mit Lust ihren Glauben leben”, sagte die 51-Jährige am Mittwoch in Mainz. „Wenn die Freude abhandenkommt, dann können wir dichtmachen.”
Nach Angaben der Landeskirche umfasst die Propstei rund 250.000 Mitglieder in mehr als 200 Kirchengemeinden. Die rheinland-pfälzischen Regionen machen damit etwa ein Drittel des EKHN-Gebietes aus.
Crüwell wurde im November vergangenen Jahres von der EKHN-Synode für die Amtszeit von sechs Jahren zur neuen Pröpstin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Klaus-Volker Schütz an, der in den Ruhestand tritt. Die Propstei diene als Brücke zwischen der Kirchenleitung und den Regionen, erklärte Schütz. Das Amt sei dem eines Regionalbischofs in anderen Landeskirchen vergleichbar. Zu den Aufgaben gehören Gemeindebesuche sowie die geistliche Begleitung der Pfarrerinnen und Pfarrer.
Crüwell studierte zunächst Rechtswissenschaften, danach Philosophie und Katholische Theologie an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt. Nach einem Vikariat in einer altkatholischen Gemeinde wechselte sie die Konfession und wirkte zuletzt als Pfarrerin an der Friedenskirche in Offenbach.
Sie trete ihr Amt nach zwei Jahren Pandemie und einem Sommer voller Dürre und Krieg an, in einer Zeit großer Sorge, sagte Henriette Crüwell. Sie gehe aber mit einem Gefühl der Zuversicht nach Mainz. „Die lasse ich mir nicht nehmen - als Christin kann ich in dem Glauben leben, dass wir immer Zukunft haben.”
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