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Ostdeutsche Erfolgsgeschichte

3 min

Jana Blaschka inmitten ihrer tierischen Werbepartner.

Rostock - Es ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte: Jana Blaschka war gerade 25 Jahre alt, als sie 1996 in Rostock einen kleinen Spielzeugladen namens «Happy Toys» eröffnete. Schon im ersten Geschäftsjahr konnte sie einen Umsatz von 300 000 D-Mark erwirtschaften.

«Ende 1998 war aber Schluss, die Umsätze im Laden standen in keinem Verhältnis zu den Versandhandelsumsätzen, die wir erwarten konnten», sagt sie. Happy Toys feiert in diesen Tagen nun das zehnjährige Jubiläum. Unter Führung von Geschäftsführerin Blaschka hat sich der Betrieb mit Sitz in Roggentin bei Rostock inzwischen zu Deutschlands Merchandising-Marktführer im Media- und Entertainmentbereich entwickelt. Dabei werden Klassiker wie die Biene Maja ebenso vermarktet wie die neueren Produkte SpongeBob oder Disney Princess.

Kaum eine TV-Serie oder ein Medienereignis kommt noch ohne passende Püppchen, Decken oder Tassen aus, die gemeinsam vermarktet werden. Davon profitieren sowohl die Serien und Events, die außerhalb der Sendezeiten sichtbar bleiben als auch die Spielzeugindustrie und deren Vermarkter, die dabei gute Geschäfte machen. Pünktlich zum Jubiläum konnte Blaschka neue Kooperationen mit Miffy, dem Hasenmädchen aus dem Sandmann oder dem Pferdestar Wendy abschließen.

Aus dem Ladenlokal ist inzwischen ein riesiges Logistikzentrum mit über 6000 Artikeln geworden. Lag der Umsatz 2005 noch bei 7,5 Millionen Euro, ist für 2006 eine Steigerung auf 10 Millionen Euro angestrebt. «Aber im Vergleich zu den USA sind wir noch ein kleines Licht», sagt Blaschka. Durch den Sprung auf den europäischen Markt soll der Anteil des Auslandsgeschäfts von derzeit 15 auf 30 Prozent wachsen. Zunächst ist Frankreich ins Visier genommen.

Ausdruck des Erfolges ist der dreimalige Gewinn des Lima-Awards - dem Oskar der Lizenzbranche - als bester Handelspartner 2002, 2003 und 2004. Heike Winner, Geschäftsführerin des LIMA-Repräsentanzbüros in Deutschland ist voll des Lobes für Blaschka: «Sie zeigt besondere Kreativität in Präsentation und Werbung». Die damit verbundenen Umsatzsteigerungen seien so nur eine Folge der erfolgreichen Geschäftsideen. LIMA ist der weltweit größte Lizenzverband.

Dabei beschränkt sich das Happy Toys-Geschäft keineswegs nur auf Produkte aus TV-Serien. Gut verkaufen sich auch Popgruppen wie «US 5» oder «Tokio Hotel». Neben dem klassischen Merchandising-Programm mit Plüschfiguren, T-Shirts oder Büchern bietet Happy Toys mit seinen mittlerweile 20 Mitarbeitern Bettwäsche, Spiele, Schmuck oder Kekse. Der Vertrieb läuft mit einem Katalog, dem Online-Shop und mit Mailorder-Anzeigen dreigleisig.

Mit dem großen Warensortiment kann Blaschka einem Problem der Branche gegensteuern: der Kurzlebigkeit. «Zu viele Lizenzthemen kommen auf den Markt, viele sind ganz schnell wieder aus dem Blick. Für Hersteller und Händler bleibe da nicht viel Zeit, die Themen erfolgreich zu vermarkten». Als zusätzlicher Geschäftsbereich sind deshalb seit 2002 Eigenproduktionen von Lizenzthemen wie GZSZ, Teletubbies, Jeanette Biedermann oder Herr der Ringe hinzukommen. (dpa)