Abo

„Pascha-Mord“: War die Bluttat geplant?

2 min

Es war der vierte Verhandlungstag im spektakulären Prozess um den „Pascha-Mord“: Doch Licht ins Dunkel dieser grausigen Tat zu bringen, bleibt auch gestern im Saal 7 des Landgerichts schwierig. Immer wieder kreisen die Fragen des Vorsitzenden Richters darum, ob Cihan B. von Anfang vor hatte, die Prostituierte „Cat“ zu töten, um sie berauben zu können.

Der damalige Gymnasiast hatte die 28-jährige Thailänderin am 13. Juni 2003 mit 14 Messerstichen im Bordell „Pascha“ getötet. Nach einem Verkehrsunfall mit dem Auto seines Vaters traute er sich nicht, diesem den Schaden zu beichten. 550 Euro schuldete er der Fahrerin des anderen Pkw für deren Schaden. Doch der damals 19-Jährige wusste nicht, wie er das Geld auftreiben sollte.

Die Polizeibeamten Bodo B. und Oliver B. haben den 20-Jährigen am Tatort angetroffen und schildern ihn als verängstigt und geschockt. „Der wusste gar nicht, was wir von ihm wollten.“ Cihan B. hat mittlerweile glasige Augen. Immer wieder blickt er ins Leere, presst die Lippen zusammen. Bis der Vorsitzende Paul Schwellenbach auf die Vernehmung vom 13. Juni 2003 zu sprechen kommt. Da wird der Angeklagte etwas lockerer und berichtet davon, dass ihn der Kriminalbeamte Hans-Christian K. „trotz meiner Tat respektiert“ habe. Doch als der Richter ihm vorhält, was er in dieser Aussage gegenüber dem Beamten gesagt hat, wird er unruhig.

„Warum sind Sie mit dem Messer ins Pascha gegangen?“, fragt Schwellenbach. Stotternd antwortet Cihan B.: „Ich wollte die Damen bedrohen, damit sie mir aus Angst das Geld geben“, doch als die 28-jährige Thailänderin das Wachpersonal verständigen wollte, habe er zugestochen. Bestimmt weist ihn Schwellenbach auf einen Widerspruch in Blatt 120 der Vernehmung vom Tattag hin. „Nein, Sie haben gesagt: Jetzt oder nie, mach es oder fahr' nach Hause.“ Auch Staatsanwalt Karl-Heinz Schlotterbeck schaltet sich nun ein: „Sie verdrängen, um es für sich erträglicher zu machen. Legen Sie ein Geständnis ab!“

Hans-Christian K. gegenüber hatte der Angeklagte erklärt, er habe die Prostituierte mit einem Stich unter Kontrolle bringen wollen. Doch ob er sie von Anfang an töten wollte, bleibt unklar. „Ich nehme ihm ab, dass er daran glaubte. Er wollte das Messer aber auch massiv einsetzen, selbst wenn jemand dabei stirbt“. Nicht geplant habe er aber, jemanden zu töten. „Ich glaube, als sie sich zu ihm umdrehte, dachte er: Jetzt kann ich es machen“, erklärt der Kriminalbeamte aus seiner Erfahrung heraus. Am 10. März wird der Prozess fortgesetzt.