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Patienten ein neues Lächeln geschenkt

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HÜRTH. Thomas Schiffgen schenkt seinen Kunden ein makelloses Lächeln. In seiner „Zahnmanufaktur“, dem nach eigenen Angaben größten Dentallabor im Erftkreis, schaffen er und seine zwölf Mitarbeiter nicht bloß Ersatz für verlorene Zähne - der 39-jährige Zahntechniker-Meister will den Patienten ihre natürliche Ausstrahlung zurück geben. Jüngst zog Schiffgen um aus den beengten Räumen an der Weidengasse an die Luxemburger Straße in Hermülheim. Drei neue Mitarbeiter konnte er einstellen.

Das für rund 200 000 Euro eingerichtete Zahnlabor in einem alten Fabrikgebäude erinnert nun eher an ein Atelier als an eine Werkstatt. Die umgebauten Räume einer ehemaligen Sauerstofffabrik mit einer Fläche von 250 Quadratmetern sind hell und luftig, die Zahntechniker können bei Tageslicht arbeiten. Ein Designer gestaltete die Inneneinrichtung. Die Werkbänke sind Spezialanfertigungen und folgen einem minimalistischen Prinzip. Herumliegende Werkzeuge und überfüllte Schubladen gibt es nicht. „Das lenkt nur ab“, weiß Schiffgen.

In gewisser Weise ist es eine Kunst, in der sich Schiffgens Mitarbeiter hier bei dezenter Beschallung mit klassischer Musik üben. Denn der Zahnersatz muss nicht nur passen und lange halten, er soll auch gut aussehen. „Den Goldzahn zeigt heute niemand mehr gern her“, sagt Schiffgen. Vor allem seien schöne Zähne aber eine Typfrage. Deshalb lädt Schiffgen die Patienten in seine „Zahnmanufaktur“ ein, wenn es um größere und sichtbare Gebisssanierungen geht. Dann werden Farben abgestimmt, es wird über Formen gesprochen - Zahnersatz ist auch Kosmetik. „Viele Leute wollen heute gerade und strahlend weiße Zähne. Das sieht aber nicht unbedingt natürlich aus“, weiß der Spezialist. Und wer will schon, dass es jeder merkt, wenn man künstliche Zähne zeigt?

Solche „Zähne“ zieht der Fachmann seinem Kunden - mit Mustern und Spiegeln. Am Arzt-Patienten-Verhältnis aber rüttelt Schiffgen nicht: „Das ist unantastbar!“ Der Zahnarzt bleibt Ansprechpartner, er verordnet den Zahnersatz, nimmt Maß und passt ihn nachher ein. Deshalb wirbt Schiffgen auch nicht um Patienten, sondern um Zahnärzte, die mit seinem Labor zusammenarbeiten. Bislang sind das zehn Praxen, auch die Uniklinik in Köln empfiehlt Patienten zu ihm nach Hürth.

In seiner Kundenkartei hat Thomas Schiffgen reichlich Prominenz. Namen werden zwar nicht verraten, aber: „Es waren auch schon diverse Eishockeyspieler aus Köln hier, nach einem Bodycheck.“ Die WDR-Maus braucht zwar noch keine neuen Nagezähne, dennoch schickt sie Anfang Januar ein Kamerateam in die Zahnmanufaktur. Es soll filmen, wie sich eine Zahnlücke wieder schließt.

Doch auch immer mehr „normal sterbliche“ Patienten schauen vorbei. Schiffgen wundert das nicht: „Heute muss man beim Zahnersatz soviel zuzahlen, da will man auch sehen, was man bekommt.“ Das gelte besonders nach den jüngsten Skandalen um minderwertigen Zahnersatz aus dem Ausland.