Wenn Ihr das hier lest, ist für euch der Tag, an dem ich das geschrieben habe, schon "gestern". Also gestern hat mein Zeitungskollege Claus Boelen-Theile sich in Kürten im Rathaus einen alten Plan vom Kürtener Ortsteil Spitze angeguckt, den man da im Rathauskeller nach langer Zeit wiedergefunden hat.
Weil der Plan für die Menschen, die in Spitze bauen wollen, sehr wichtig ist, hat Herr Boelen-Theile auch mit Claudia Seyfried und Willi Heider aus dem Rathaus gesprochen, weil die sich mit alten Plänen auskennen. Dabei hat sich Claus Boelen-Theile alles wichtige auf einen Block geschrieben. Später hat er dann in der Redaktion - so heißt das Büro von uns Zeitungsmachern, alles, was er zu dem alten Plan herausgefunden hat, in den Computer geschrieben.
Den Text hat er dann im Computer mit einem Bild, das unser Fotograf Klaus Daub von dem alten Plan gemacht hat, zusammengesetzt. Auf dem Bildschirm sieht das fast schon so aus wie die Zeitungsseite.
Nachdem die Seite ganz fertig war, hat sie Claus Boelen-Theile durch eine Datenleitung - so ähnlich wie eine E-Mail - zu einer großen Druckmaschine in Köln geschickt, auf der unsere Bergische Landeszeitung wird. Eine Art großer Drucker macht da zuerst einmal Druckplatten: Ein Laserstrahl überträgt die Bilder und Texte zusammen mit den Anzeigen auf eine beschichtete, lichtempfindliche Platte. Da, wo das Laserlicht auf die Platte trifft, wird die Beschichtung hart. Auf diesen Stellen haftet später beim Druck die Farbe - zum Beispiel Schwarz für die Schrift. Da die meisten Zeitungsseiten heute farbig sind, braucht man zum Drucken einer Seite vier Druckplatten - je eine für die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.
Die Platten werden in eine Druckmaschine eingesetzt. Die ist so hoch ist wie ein zweistöckiges Haus. Die Druckplatten werden auf Walzen montiert, mit Farbe bestrichen und drehen sich dann ganz schnell über lange Papierbahnen. Mit jeder Umdrehung wird die Zeitungsseite einmal auf das Papier gedruckt. Das passiert auch mit den anderen Seiten. Anschließend werden die Seiten jeweils zu zweit oder viert auseinandergeschnitten, geknickt und zu einer dicken Zeitung zusammengelegt. Alles vollautomatisch. 80 000 Zeitungen kann die große Maschine so in nur einer Stunde drucken. Jede Nacht entstehen im Druckzentrum über 600 000 Zeitungen.
Im Leitstand neben der Druckmaschine kontrollieren die Maschinenführer und ihre Kollegen, ob die Druckplatten mit den einzelnen Farben richtig übereinanderdrucken. Nach wenigen Sekunden ist alles richtig eingestellt. Über ein sechs Kilometer langes Netz von Transportbändern gelangen die Zeitungen in eine Halle. Dort werden Prospekte und vorher gedruckte Zeitungsteile beigelegt. So wird spät in der Nacht die BLZ vom nächsten Tag fertig. Lieferwagen fahren sie zu den zahlreichen Zeitungsausträgern im Rheinisch-Bergischen Kreis. Und die bringen dann auch eure Zeitung mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto noch während der Nacht in euren Briefkasten, damit ihr pünktlich zum Frühstück eure BLZ habt.
Übrigens: Den Artikel, den Claus Boelen-Theile gestern über den alten Plan geschrieben hat, findet ihr auf der nächsten Seite.
