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Per Aufzug in die Merowingerzeit

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LOHMAR. Der Fund war eine Sensation. Bei Grabungen auf einem Grundstück des Evangelischen Altenheim Wahlscheid e.V. mitten in Lohmar an der Bachstraße machte das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege in Overath im vergangenen Jahr eine sensationelle Entdeckung. Statt der hier vermuteten Reste eines Fronhofes fanden sich drei gut erhaltene Grubenhäuser aus der Merowingerzeit, die um 500 nach Christus hier gegraben wurden (die Rundschau berichtete), außerdem jede Menge Scherben und fünf Silbermünzen, die ihrem Besitzer wohl aus der Tasche gefallen waren.

Selbst Geruch frischer

Erde ist erlebbar

Jetzt möchte der Verein in Zusammenarbeit mit den Denkmalschützern ein kleines barrierefreies Fundortmuseum in das künftige Altenheim an der Hermann-Löns-Straße 2, integrieren, um die Bedeutung dieser bisher östlichsten Fundstelle einer Siedlung aus der Epoche der Merowinger herauszustellen.

Allerdings fehlen dem evangelischen Verein die Mittel, um das Museum, in dem die Fundstücke ausgestellt werden sollen, allein zu finanzieren. Deshalb sollen gezielt Förderstellen wie die Stiftung Wohlfahrtspflege und andere angesprochen werden, um das 370 000 Euro teure Projekt stemmen zu können. Der Verein selbst will einen zehnprozentigen Anteil an den Baukosten, die künftigen Betriebskosten sowie einen langfristigen Betrieb des Museums garantieren, sichert Pfarrer Reinhard Bartha, Vorstandsvorsitzender und stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, zu.

Die Pläne des Architektenbüros Michael Bruckner sehen vor, die Fundstelle, über der die Kapelle errichtet wird, erlebbar zu machen. Es soll der Eindruck entstehen, die Fundstätte wäre gerade erst ausgegraben worden. Selbst der Geruch nach frisch aufgeworfener Erde soll in der Luft liegen. Der Museumsraum soll in zwei Bereiche gegliedert werden: den Fundort und einen Ausstellungsraum mit den Fundstücken, Scherben und Münzen. Das Museum soll über einen gläsernen, behindertengerechten Aufzug und zusätzlich eine Treppe erreicht werden können.

Weitere Informationen, auch über eine Beteiligung an den Kosten des Fundortmuseums, sind bei der Leitung des Altenheims erhältlich, (0 22 06) 610.

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