BONN. Überall in Deutschland ist die Gewerkschaft Verdi groß und mächtig, nur bei der Bonner Stadtverwaltung nicht: Bei den gestern zu Ende gegangenen Personalratswahlen haben deren Vertreter sogar erneut Terrain an die Komba-Gewerkschaft verloren. Am Nachmittag gab die Vorsitzende des Wahlvorstandes, Martina Lawitzke, gemeinsam mit Vertretern der beiden Gewerkschaften die Wahlergebnisse bekannt.
Gegenüber der letzten Wahl im Jahre 2000 ist die Zahl der Personalratsvertretungen reduziert worden. Der nach dem Gesamtpersonalrat mit Abstand größte Einzelpersonalrat ist der für Technik und Verwaltung mit 5148 Wahlberechtigten; weitere Personalräte gibt es bei der Feuerwehr für 300 und beim Theater für 600 Personen.
Beim Gesamtpersonalrat schafften es die Kandidaten, 51,1 Prozent ihrer Kollegen an die Urnen zu bringen. Auf den vier Beamtenplätzen sitzen ausschließlich Komba-Vertreter, auf den acht Angestellten-Plätzen fünf Komba- und drei Verdi-Leute und auf den Arbeiterplätzen vier Komba- und ein Verdi-Vertreter.
Ähnlich beim Personalrat Technik und Verwaltung: alle fünf Beamtenplätze für die Komba, sieben Angestelltenplätze für Komba und vier für Verdi, vier Arbeiterplätze für Komba, einer für Verdi. Bei der Feuerwehr gingen von neun Plätzen sechs an die Komba und drei an eine freie Liste. Nur beim Theater ist das Ergebnis ein anderes. Hier bekam Verdi neun Plätze, die Komba dagegen nur zwei.
Bonns Komba-Chef Christoph Busch sah das Ergebnis als Bestätigung des Kurses, mit zu gestalten, nicht zu blockieren. Verdi-Spitzenkandidat Claus Parlow sagte, dass die Arbeit seiner Gewerkschaft leider nicht genügend anerkannt worden sei. Als Herausforderungen für die Zukunft sieht Busch den Wunsch der Oberbürgermeisterin nach einem verbesserten Bürgerservice: Längere Öffnungszeiten allein bringen nichts. Auch mit dem neuen Gebäudemanager Friedhelm Naujoks werde man das Gespräch über seinen rustikalen Führungsstil suchen. Nach den Kommunalwahlen würden vermutlich wieder Privatisierungen und Stellenabbau auf die Tagesordnung kommen. (sb)