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Peter TeschWeltweit die Ampeln im Blick

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Peter Tesch sieht sofort, wenn es an einer Ampel klemmt.(Bild: Luhr)

KÜRTEN – An der Kreuzung in Berlin-Mitte flutscht es gerade. Kein Stau vor der Baustellenampel, der Verkehr fließt gut durch den Engpass. Das gefällt Peter Tesch.

Der Geschäftsführer des Kürtener Ampelherstellers Fabema sitzt an seinem Schreibtisch und hat die Kreuzung in Berlin genau in Blick. Im Untermenü seines PC-Programms sieht Tesch die Skizze der Baustelle, die vier Straßenarme und die Dauer der Rot- und Grünphasen. Wenn es klemmt, kann er sofort eingreifen.

Möglich macht dies die neueste Produktentwicklung der Lichtzeichen-Experten: ein System, das per Kamera erkennt, wenn es an der Baustelle hakt. Vier Ingenieure haben über drei Jahre entwickelt, etwa eine halbe Million Euro hat Fabema investiert. „Damit sind wir Vorreiter auf dem Markt“, erklärt Tesch. Für das Unternehmen ist das neue Angebot eine große Sache: Mitbewerber wie Siemens oder Bosch haben diesen Service laut Fabema nicht in ihrem Angebot. Seit dem Herbst laufen bei Fabema Pilotprojekte in Berlin, Köln und Arnheim. „Bisher sieht es sehr gut aus“, sagt Tesch. „Wir hatten noch keine Ausfälle.“ Fabema strebt eine europaweite Vermarktung an.

Das Geheimnis der Innovation liegt im Schaltkasten. Das unscheinbare Teil ist das Herz aller Baustellenampeln, eine Menge Technik steuert die Ampelphasen und regelt den Durchfluss der Fahrzeuge. Bisher musste bei Störungen immer ein Monteur rausfahren und helfen. Bis die Störungsmeldung beim Fabema-Techniker einlief, verging aber viel Zeit: Ohne Hinweis der Polizei oder eines Verkehrsteilnehmers tappten die Ampel-Experten nämlich im Dunkeln. Das kann jetzt nicht mehr passieren: Auf einem sechs Meter hohen Mast steckt eine Kamera, die in Echtzeit Bilder der Baustelle liefert. Tesch kann sich mittels Passwort ins System einklicken und sofort sehen, an welcher Ampel sich der Verkehr staut. Der Kamerakopf lässt sich von links nach rechts, von oben nach unten über die Baustelle schwenken. Zugriff hat aus Datenschutzgründen nur Fabema. Personen und Kfz-Kennzeichen sind aber selbst für die Techniker nicht erkennbar.

„Eine Baustelle heißt immer Stau“, erklärt der Verkehrsfachmann. Dank der Kamera-Mithilfe werde der Stau jetzt minimiert. Über zwei UMTS-Leitungen werden die Bilder nach Kürten übermittelt, bei Fehleranzeichen geht sofort eine SMS-Kurzmitteilung ab zum Servicetechniker, und das rund um die Uhr. „Den Fehler können wir dann sofort beheben“, erklärt Tesch. Für Fabema ist die Neuentwicklung mit einem deutlichen Zeitvorteil verbunden: „Wir können den Stau sofort verflüssigen.“