UDENBRETH – Der Bonner Diplom-Meteorologe Dr. Karsten Brandt stellte im Beisein von Bürgermeister Rudolf Westerburg sowie anderen Wetterbeobachtern am Weißen Stein in Udenbreth den phänologischen Garten vor.
Das Besondere an der Udenbrether Anlage: Es handelt sich um eine offizielle GPM-Anlage und die erste privat betriebene GPM-Anlage überhaupt. GPM steht für „Global Phenological Program“, ein Forschungsprogramm, in das seit dem Jahr 2000 weltweit 30 Stationen aufgenommen wurden - und nun auch der Garten am Weißen Stein.
„Hier passt einfach alles“, begeistert sich Brandt für die Bedingungen, die ihm das Gelände in der Eifel bietet. Insbesondere das in dieser Höhe im äußersten Westen Deutschlands vorherrschende Klima sei ein besonders interessantes - sehr „eigen“ und mitunter extrem.
Phänologische Gärten gebe es zwar viele, aber längst nicht jeder wird in das GPM-Programm aufgenommen. „Das ist schon eine besondere Ehre“, freut sich der Wetterbeobachter, der zum Thema „Klimatologie“ promoviert hat und Autor zahlreicher Buchpublikationen ist. 1996 startete er mit seiner Firma „Donnerwetter“ außerdem einen der ersten privaten Wetterdienste. Die Phänologie ist ein Spezialgebiet, auf dem über einen sehr langen Zeitraum beobachtet wird, wie sich das Klima auf die Vegetation auswirkt. Von Bedeutung sind die Ergebnisse etwa für die Pollenflugvorhersage oder für die Land- und Forstwirtschaft bei der Auswahl der für den jeweiligen Standort optimalen Kulturpflanzen. So könne beispielsweise auf Klimaveränderungen reagiert werden. Dies sei in der Eifel „noch“ nicht der Fall. „Doch in Freiburg etwa stellt man ernsthaft Überlegungen an, Pinien anzupflanzen,“ berichtete Brandt. Das Saatgut für die GPM-Gärten ist genetisch identisch und wird von einer zentralen Stelle aus verschickt - ob nun nach Peking, in die USA, in die Türkei oder eben nach Udenbreth.
Am Weißen Stein besteht bereits eine Pflanzung mit vorgezogenen Bäumen, Stauden und Ziersträuchern aus diesem Saatgut. Darunter finden sich beispielsweise die Süßkirsche „Hedelfinger“, der Apfel „Golden Delicious“ oder die Esskastanie „Dore de Lyon“. Beobachtet wird ihr Gedeihen nun nach genau festgelegten Kriterien. Spritzen und Düngen etwa sind tabu. Die Gartenanlage auf dem 6000 Quadratmeer großen Grundstück ist das erste Teilstück des geplanten, insgesamt 14.000 Quadratmeter großen Wetter- und Klimaparks „Wetter, Klima, Mensch“ am Weißen Stein. Im zweiten Schritt soll die Wetterstation gebaut werden.
Je nach Winterverlauf rechnet Brandt mit der Fertigstellung der beiden ersten Abschnitte im späten Frühjahr und denkt daran, bereits im kommenden Sommer die Anlage teilweise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf lange Sicht beabsichtigt er, an der Anlage sein Wohnhaus zu errichten, denn von Bonn aus könne er diese nicht betreiben. Einen Sponsor hat er in der Firma „Okal“ gefunden, die sein Vorhaben unterstützt.
