Irgendwie war der Weg von René Krömer vorgezeichnet. Bereits mit sechs Jahren begann er mit dem Klavierunterricht. „Das Klavier stand im Haus, mein Vater und meine Großmutter spielten darauf“, erinnert sich der 40-jährige Kaller. So war sein Interesse für dieses Instrument früh geweckt. Seinerzeit lebte er mit seiner Familie noch in seinem Geburtsort Schleiden, und so lag es nahe, dass er in der Musikschule Schleiden unterrichtet wurde - „rein klassisch“. Doch schon während er sich auf sein Abitur am Städtischen Gymnasium in Schleiden vorbereitete, schlug er den Weg zu Jazz und Pop ein. Seine Berufswahl war klar: Er wollte Pianist werden. „Mir fiel nichts anderes ein“, sagt er lächelnd.
Doch zunächst rief Vater Staat - für ihn bedeutete das 18 Monate Zivildienst im „Haus Bronsfeld“. Danach konnte er mit einem Musikstudium beginnen. Er wählte das Konservatorium in Amsterdam, um dort Jazz-Klavier als Haupt- und Klassik als Nebenfach zu studieren. Schon damals verdiente er bei ersten Auftritten ein willkommenes Zubrot zur Finanzierung des Studiums. Nach fünf Jahren konnte er stolz sein Diplom in Empfang nehmen. „Das habe ich bisher nirgends vorzeigen müssen“, erklärt er.
Für jeden jungen Musiker sei es anfangs schwer, überhaupt Engagements zu bekommen. So hat er - wie viele seiner Kollegen - alles angenommen, was Geld brachte. Für ihn stand von Anfang an fest, dass er freiberuflicher Musiker bleiben wollte. Er spielte auf Hochzeiten, Galaabenden, Firmenfesten und gab Unterricht. „Das waren meine einzigen festen Einnahmen, und ich habe so ziemlich alles gespielt, angefangen von Jazz bis hin zur Unterhaltungsmusik“. Doch bald funktionierte die Mundpropaganda.
Für Musiker, so erklärt Krömer, sei es das A und O, möglichst viele Kollegen zu kennen - irgendwie seien alle eine große Familie. So trat er bald bei Musicals und Theaterstücken auf. Und schließlich begann er, bekannte Künstler zu begleiten. Darunter war auch sein Studienkollege Roger Cicero . Heute kann er bekannte Namen aufzählen, mit denen er auftrat: Caterina Valente , Peter Kraus , Marianne Rosenberg , Angelika Milster oder Howard Carpendale .
Seit fünf Jahren begleitet er das Gesangsduo Marshall & Alexander bei deren Auftritten am Klavier - mal solo, mal im Orchester. Er schätzt die Harmonie, die zwischen den beiden herrscht. Auch für ihn sei es daher ein sehr angenehmes Arbeiten, bekräftigt Krömer. Beide Sänger, Tenor Jay
Alexander und Marc Marshall , gingen sehr respektvoll mit ihren Musikern um, seien trotz ihres großen Erfolges keineswegs abgehoben. Inzwischen habe man auch die richtige Balance im Zusammenspiel gefunden. Trotz der oft stressigen Tourneen sei der Umgang freundschaftlich und familiär. Besondere Freude, so Krömer, habe ihm der Auftritt bei der Monschau Klassik bereitet. Auch den Sängern habe es sehr gut gefallen, so dass eine Wiederholung nicht ausgeschlossen sei.
Gibt es trotz der vielen Auftritte noch so etwas wie ein Privatleben für René Krömer? Immerhin wartet sein sechsjähriger Sohn Nicolas zuhause auf ihn. Er macht schon die musikalische Früherziehung mit, will aber lieber Gitarre spielen lernen.
Seine Eifeler Heimat will Krömer nicht verlassen. Hier findet er Erholung in der Natur. Meditation und Stille sind ihm wichtig. „Das heißt jedoch nicht, dass ich ab und zu nicht auch gern feiere, besonders nach Konzerten, wenn die Stimmung danach ist“, wirft er ein. Entspannung findet er auch beim Tennisspiel im TC Schleiden-Gemünd. Er versucht, bei deren Mannschaftsspielen, so oft es geht dabei zu sein. Doch seine eigentliche Leidenschaft gilt nach eigenen Worten der Musik, und so ist sein Klavierspiel nicht nur virtuos, sondern voller Ausdruck.
