Es ist die Krönung eines Gastronomen und gleichzeitig Garant für viele zahlungskäftige Gäste: Mit Stern oder Kochmütze in einem der renommierten Gastro-Führer vertreten zu sein. Fast hätte es das „Le Gourmet“ in Eckenhagen auch in diesem Jahr wieder geschafft, zwar nicht im Michelin oder im Gault Millau, aber zumindest im Aral-Führer 2005 entsprechend gewürdigt zu werden. Doch ein gewaltiger Krach hat Koch Jürgen Reinke die Lust auf solche Meriten vorerst genommen.
Im Aral-Führer 2004 war Reinke immerhin mit einem Kochlöffel vertreten - und das hatte ihm auch gereicht. „Nach dem Essen hatte mir der Tester drei Kochlöffel bescheinigt, den Eintrag in den Führer aber von einer Fotoanzeige abhängig gemacht“, berichtet Reinke. Er habe auch später für 300 Euro eine Anzeige geschaltet, habe dann aber vom Verlag erfahren, dass ein Eintrag auch ohne entsprechende Werbung erfolgen könne. „Da habe ich die Anzeige natürlich zurück gezogen, und prompt wurden aus den drei Löffeln einer“, so Reinke. Der Gastronom zog die Konsequenzen und lehnte dankend eine Bewertung für 2005 ab. Zu diesem konkreten Fall wollte sich Matthias Hörstrup, Pressesprecher des Busche-Verlags, in dem der Aral-Führer erscheint, auf Nachfrage der Rundschau nicht äußern. So etwas dürfe aber nicht passieren, er werde dem nachgehen, erklärte er. Zwar wird die Küche von Jürgen Reinke nun im Aral-Führer nicht zu finden sein, im regionalen Rheinland-Gastromieführer von Joachim Römer schrammte er dafür knapp an der absoluten Spitzenwertung vorbei.
Hoffnung macht sich Reinke jetzt noch auf einen Michelin-Stern. „Ein Vortester war dieses Jahr bei mir und hat angekündigt, unser Haus für den Führer 2006 unter die Lupe zu nehmen“, so Reinke. Doch egal wie die Sache ausgehen wird: „Einen Stern habe ich schon, und das sind meine Gäste.“