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Polizei gibt TippsEinbrecher kommen am Nachmittag

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In der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl der Tageswohnungseinbrüche. Und in der Regel hinterlassen dieGanoven ein Chaos in der Wohnung der Geschädigten. (Bild: privat)

Kreis Euskirchen – Es ist derAlptraum eines jeden Hausbesitzers oder Wohnungsinhabers: Eine Tür oder ein Fensterist aufgebrochen, die Zimmersind durchwühlt, der Schmuckund das Bargeld sind weg. Alltag für die Euskirchener Polizei, denn jedes Jahr wird hunderte Male im Kreis Euskirchen eingebrochen. Ingo Kreuder, Präventions-Experte bei der EuskirchenerPolizei, braucht nur die Schublade aufzuziehen, um zwei„ganz normale Fälle“ zuschildern: „19. November inFlamersheim. Die Täter kamenzwischen 16.20 und 18.35 Uhr.Sie hebelten die Terrassentürauf und durchsuchten dieZimmer. Mit Schmuck, Münzen und Bargeld verschwanden sie wieder. 30. November inEuskirchen: Einbruch durchAufhebeln der Terrassentüreines Einfamilienhauses zwischen 14 und 19 Uhr, Schmuckals Beute.“

Ein Drittel aller Einbrüche,so Kreuder, werden in der Zeitzwischen 16 und 20 Uhr verübt– es sind so genannte Tageseinbrüche. „Da sind viele Leute nicht zu Hause, sind beimEinkaufen, beim Sport oderbeim Stadtbummel. Das ist dieideale Zeit für Einbrecher“,sagt Kreuder. Denn Einbrecher, die tagsüber kommen,spähen ihre Objekte nicht erstdurch zwei oder drei Besuchevorher aus, sondern schlagenspontan zu. „Drei Ausspähungen bedeuten dreifacheArbeitszeit – und die Gefahr,dass sich jemand von denNachbarn an ihn erinnert.Aber wenn ein Einbrecherglaubt, dass ein Haus geradeverlassen ist, dann braucht ernur zu klingeln. Wenn niemand öffnet, dann geht er umsHaus und bricht ein Fensteroder eine Tür auf.“

Versierte Einbrecher, soKreuder, wissen genau, was siewollen: Schmuck oder Bargeld,also Beute, die leicht zu „versilbern“ ist.

Die Werte liegen im Schlafzimmer

„Schmuck und Bargeld werden meist im Schlafzimmeraufbewahrt. Da kann ernachts nicht rein, denn daschlafen die Bewohner. Alsobleibt der Nachmittag als ideale Zeit“, so Kreuder. Und was tun, damit einHaus nicht verlassen wirkt?„Wer beispielsweise das Radiolaufen lässt oder ein Licht in einem Raum anlässt, den derLangfinger nicht gut einsehenkann, der hat schon eine erstewirksame Abschreckungsmaßnahme realisiert“, sagtder Einbruchexperte. Sobaldder Einbrecher in einer Wohnstraße sieht, dass drei odervier Häuser beleuchtet sind,pickt er sich sofort das Hausheraus, bei dem Rolllädennicht heruntergelassen sindund alles dunkel ist. Wenndann keiner aufs Klingeln reagiert, schlägt er zu.

„Und wer es dem Einbrecherdurch gekippte Fenster erleichtert, ins Haus zu kommen,der riskiert sogar den Versicherungsschutz, wenn die Versicherung ihm das nachweisenkann“, warnt Kriminalhauptkommissar Kreuder vor Unachtsamkeit. Denn Einbrechern reichenwenige Minuten, um in ein Gebäude einzubrechen. VieleEinbruchsopfer haben die bittere Erfahrung machen müssen, dass Verbrechern derkurze Einkauf die Chancezum ungesetzlichen Tun ermöglicht.

Hinter dem Haus gibt’s Schwachstellen

Doch wo dringen Ganovenins Haus ein? Auf der Gebäuderückseite, wenn dort nichtzusätzliche Fensterschlösserangebracht sind, die es er schweren, hier illegal herein zukommen. „Einbrecher sindnormalerweise faul undscheuen die Arbeit. Sobald derEinbruch lange dauert, ist dieGefahr der Entdeckung groß.Wenn der Einbrecher aber beizehn Häusern zwei- bis drei mal Erfolg gehabt hat und mitjeweils etwa 200 Euro belohntwird, dann hat er einen Stundenlohn, den unsereins nichterreicht“, rechnet der Präventionsbeamte vor. „Allerwelts-Häuser sind dieLieblingsziele der Langfinger“, weiß Kreuder. Abgeschreckt werden sie hingegendurch aufmerksame Nachbarn. „Es vereitelt auch schonmal einen Einbruch, wennman Unbekannte am Nachbarhaus freundlich anspricht.Meist antworten die dannauch freundlich und gehenwieder“, lacht Kreuder. Weraber wirklich verdächtige Personen auf Nachbargrundstücken entdecke, der sollte sofortdie „110“ anrufen, damit diePolizei potenzielle Einbrecherauch festnehmen könne. Wer Einbrecher abschrecken will, sollte auch möglichst hoch am Haus Leuchtenmit Bewegungsmeldern anbringen, damit Einbrecher sienicht so einfach zerstören können.

In der letzten Zeit, so derBeamte, häuften sich die Fälle,dass Haustüren von den Haus bewohnern nur zugezogenwürden. Damit mache man esEinbrechern sehr einfach, dieTüren mit dem aus dem Fernsehen bekannten Scheckkartentrick zu öffnen. 25 Prozentder Täter kommen laut Kreuder durch die Haustür.