Lippstadt - Die Panne bei der Festnahme eines 15-fachenBankräubers in Lippstadt, bei der ein unbeteiligter Rentner von vierBeamten des Bielefelder Sondereinsatzkommandos verletzt wurde,schlägt hohe Wellen. "Das wird Polizeiintern aufgearbeitet", sagteein Polizeisprecher in Bielefeld am Donnerstag. Die Beamten, die den63-Jährigen mit einem 43-jährigen Bankräuber verwechselt haben,würden den Vorfall sehr bedauern. Zu der Panne war es gekommen, weilder Rentner genau wie der in der Nähe wohnende Kriminelle amDienstagmorgen jeweils mit Hund nur etwa 50 Meter voneinanderentfernt unterwegs waren.
"Das war ein unglücklicher Zufall. Er war zur falschen Zeit amfalschen Ort", sagte der Polizeisprecher. "Mein Mann hat Todesängstegehabt", sagte die Ehefrau des 63-Jährigen. Er habe ein langsamfahrendes Auto bemerkt, dann seien vier Maskierte aus dem Wagengestürzt und über ihn hergefallen. Bei der falschen Festnahme zogsich der Rentner eine Platzwunde am Kopf und mehrere Schürfwunden zu.
Das SEK hatte den Bankräuber observiert und wollte ihn festnehmen,als er auf dem Weg zu seiner Pferdekoppel war. Während der 43-Jährigeschon in einen Feldweg eingebogen war, stürzten sich die Beamten aufden Rentner. "So ganz können wir es nicht verstehen", sagte dieEhefrau des Mannes. Ihr Gatte sei nicht nur 20 Jahre älter, sonderntrage im Gegensatz zu dem Gesuchten auch Bart und Brille. Außerdemhat das Ehepaar einen kleinen weißen Hund, der Bankräuber war miteinem großen schwarzen Haustier unterwegs.
"Die hatten doch alle Zeit der Welt", sagte die Frau. Wenn dieBeamten ihren Mann nicht nur von hinten gesehen hätten, hätte dieVerwechslung auffallen müssen. Den handfesten Zugriff rechtfertigtdie Polizei mit der möglichen Gefährlichkeit des 43-Jährigen. Erwurde kurz nach der Falsch-Festnahme verhaftet und hat mittlerweilezugegeben, in den vergangenen vier Jahren 15 Banken ausgeraubt zuhaben. Für die Panne hatten sich die Polizisten mehrfach bei demRentner entschuldigt.
Die Staatsanwaltschaft Paderborn prüft nun, ob sie einErmittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amteinleitet. Der Rentner hat bislang keine Anzeige erstattet. (dpa)