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Pressesprecher wirft Handtuch

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Oberstaatsanwalt Siegmar Raupach ist von seinem Amt als Pressesprecher der Kölner Staatsanwaltschaft zurückgetreten. Gestern um 11 Uhr bat der 54-Jährige den Leiter der Anklagebehörde Jürgen Kapischke, ihn von seiner Aufgabe zu entbinden. „Ich bedauere dies sehr, aber ich habe seinem Wunsch entsprochen“, sagte Kapischke der Rundschau.

Auch Raupach wollte den Job („Ich habe es sehr gerne gemacht“) fortführen. Doch etlichen Personen in der Justiz sei seine Pressearbeit zu offensiv gewesen. „Ich wollte die Behörde nach außen hin vernünftig verkaufen und den Menschen aufzeigen, was mir machen. Das war meine Aufgabe. Aber dies wurde immer schwieriger“.

Letztlich ausschlaggebend für den Rücktritt von Raupach war nach Angaben seines Chefs Kapischke der „Fall Müller“. Raupach hatte der Presse mitgeteilt, dass gegen den CDU-Landtagskandidaten Horst Müller aus Bergisch Gladbach ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung laufe. Diese Nachricht war falsch und der Leiter der Kölner Staatsanwaltschaft sprach gestern von einem „bedauerlichen Versehen“. „Es war ein Fehler. Ganz klar. Aber Fehler können gemacht werden“, ergänzte Kapischke. Das Ermittlungsverfahren gegen Müller wurde bereits Ende des Jahres 2003 eingestellt. Auch der ehemalige Pressesprecher Siegmar Raupach hatte sich mehrfach entschuldigt.

Für die Zukunft will Kapischke an einer offensiven Pressearbeit festhalten. Bis die Entscheidung über einen neuen Pressesprecher getroffen ist, wird Staatsanwaltschaft Günther Feld die Medienanfragen entgegennehmen. Raupach hatte seine neue Tätigkeit Ende September als Nachfolger von Regine Appenrodt angetreten.