BOMIG / MARIENHEIDE. Für unfreiwilliges Aufsehen hat in den letzten Wochen die Bomiger Baufirma Linder-Schumann gesorgt. Gegen die beiden Geschäftsführer, Hans-Gerd Schumann und Andreas Linder, läuft ein Ermittlungsverfahren der Steuerfahndung, und gegen eine Kaution in Höhe von 500 000 Euro wurde ein Haftbefehl ausgesetzt. Die Steuerbehörde vermutet, dass wir etwas vertuscht haben, erklärt Hans-Gerd Schumann auf Anfrage.
Gleichzeitig betonen Schumann und Linder, die einen ehemaligen Mitarbeiter als Denunzianten bei der Steuerfahndung vermuten, dass sie guten Mutes sind, die Angelegenheit schnellstmöglich zu klären. Unsere Anwälte verhandeln entsprechend. Nähere Details wollen Schumann und Linder im Hinblick auf das schwebende Verfahren nicht machen.
Großen Wert legen die beiden Geschäftsführer aber darauf, dass ihre großen Projekte durch die ganze Sache nicht gefährdet sind. Die Arbeitsplätze bei uns sind gesichert, betonen Hans-Gerd Schumann und Andreas Linder, die vor allem auf ihr gerade begonnenes Bauvorhaben in Marienheide verweisen: Da wartet viel Arbeit auf uns.
Bekanntlich hat die Firma Linder-Schumann, die zwischen 30 und 35 Mitarbeiter beschäftigt, das 60 000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Hermannsbergkaserne gekauft. Anfang Dezember 2003 wurde der entsprechende Erschließungsauftrag mit der Gemeinde Marienheide abgeschlossen. Das Areal ist insgesamt so groß wie zwölf Sportplätze. Die Abbrucharbeiten des alten Kasernengebäudes laufen bereits, bald beginnen die Erschließungsarbeiten. Insgesamt sollen auf dem Gelände mit weitem Panoramablick 80 Einfamilienhäuser entstehen.
Arbeit für rund
eineinhalb Jahre
Einige Grundstücke haben wir schon verkauft, berichtet Hans-Gerd Schumann von einer erfreulichen Resonanz dieser Bauflächen, die - je nach Größe - zwischen 108 und 118 Euro pro Quadratmeter kosten. Im Sommer wollen bereits die ersten Bauherren mit dem Häuserbau beginnen. Linder-Schumann erstellen im Frühjahr ein Musterhaus einer Fertigbaufirma (Kingspan). Schumann und Linder betonen aber: Die Grundstückskäufer müssen nicht mit uns bauen.
Den etwas ungewöhnlichen Weg, dass eine Baufirma ein Gelände kauft, selbst erschließt, um dann die Grundstücke wieder an Privatinteressenten zu verkaufen, begründen die beiden Geschäftsführer wie folgt: Wir besorgen uns selbst die Arbeit. Gerade in der jetzigen Zeit, in der die Öffentliche Hand kaum noch Tiefbauaufträge vergebe, sei dies der einzige Weg zu überleben. Insgesamt, so rechnen sie, seien zwei bis drei Bautrupps mit dem Projekt rund anderthalb Jahre ausgelastet. (la)