BORNHEIM. Das Thema Radon beschäftigt weiterhin den Bornheimer Umweltausschuss. In der jüngsten Sitzung legte die Stadtverwaltung Messergebnisse des Bundesamtes für Strahlenschutz vor. Die Werte liegen im grünen Bereich - zumindest bislang: In der Tabelle, die dem Ausschuss vorlegt wurde, waren erst 19 von 27 Test-Haushalten ausgewertet.
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das überall in der Umwelt vorkommt. Als Gas kann Radon aus dem Erdreich in die Atmosphäre übertreten. Es kann auch durch Undichtigkeiten in Häuser gelangen oder in selteneren Fällen aus Baustoffen austreten.
Bei der Radonkonzentration liegt der deutsche Mittelwert bei 50 Becquerel (Bq) pro Kubikmeter (cbm) Raumluft. Liegt der Wert bei 1000 Bq / cbm, verdoppelt sich das Lungenkrebsrisiko gegenüber dem Durchschnittswert.
Nach Empfehlungen der Europäische Kommission und der Internationalen Strahlenschutzkommission sollen Radonkonzentrationen in Wohnräumen unterhalb von 200 Bq / cbm liegen. Bei den Messungen in Bornheim wurde nach Auskunft der Sitzungsvorlage bislang lediglich in einem Wohnraum und in einem Abstellraum in einem Keller Werte über 200 Bq / cbm gemessen.
Die Grünen, die das Thema mit einer Anfrage auf die Tagesordnung gebracht hatten, legten im Umweltausschuss ein aktuelles Messergebnis aus einem alten Gebäude in Roisdorf vor, das deutlich höhere Werte aufweist und noch nicht in die Tabelle des Bundesamtes eingeflossen war. Im Keller wurde dort sogar eine Konzentration von 1500 Bq / cbm festgestellt.
Die Verwaltung sicherte darauf hin den Grünen zu, in einer der nächsten Sitzungen das Gesamtergebnis der Messungen differenziert nach Alt- und Neubauten vorzulegen. Darüber hinaus sollen Bauwillige durch ein Infoblatt des Bundesamtes darüber informiert werden, wie sie Radon-Belastungen in Häusern vermeiden können.
Wie Grünen-Sprecher Dr. Michael Pacyna erklärte, wolle seine Fraktion mit dem Thema keine Panikmache betreiben: Es hat nichts mit Verunsicherung der Bevölkerung zu tun, wenn man nach den Ergebnissen der Messungen fragt. Liegt keine Gefahr vor, umso besser. Ist die Situation jedoch bedenklich, müssen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen getroffen werden. (pie)