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Rauschgift aus der Kommunionsblume?

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OVERATH. Die Spur der Verwüstung führt durch das halbe Sülztal: Vom Brombacher Berg bis nach Großhurden und Oberkühlheim klagen mittlerweile Gartenbesitzer darüber, dass über Nacht ihre Hortensien von Unbekannten verstümmelt wurden. Überall hinterlassen die Pflanzendiebe dasselbe Bild: Die schönsten Stecklinge sind sauber aus den Stauden herausgeschnitten.

Wer da im Garten wildert? Ein 77-jähriger Hobbygärtner aus Großhurden glaubt an eine Bande, die aus den Stecklingen neue Pflanzen ziehen oder ziehen lassen - ein gewinnbringendes Geschäft mit der besonders häufig zur Ersten Heiligen Kommunion verschenkten Pflanze.

Für nicht unwahrscheinlich hält es Hubert Sumser, Botanikexperte beim Bergischen Naturschutzverein, dass die getrockneten Blüten auch für Trockengestecke verwendet werden. „Die Blüten verblassen bräunlich und sehen schön aus“, weiß der Botaniker. Florsiten rät Sumser daher, kritisch zu prüfen, wenn ihnen Hortensien angeboten werden.

Im Norden spricht

man von einer „Mafia“

Während Rhein-Bergs Polizeisprecher Rudolf Troska bislang noch keine Häufung von Anzeigen in Sachen Hortensienklau verzeichnen konnte, gingen bei seinen Kollegen in Schlweswig-Holstein allein im vergangenen Jahr 3000 Anzeigen zu Hortensien-Diebstahlsdelikten ein. Im Norden der Republik geht man sogar davon aus, dass eine regelrechte „Pflanzen-Mafia“ hinter den Beutezügen steckt.

Bei einer ähnlichen Häufung von Hortensiendiebstählen vor einiger Zeit im niedersächsischen Landkreis Holzminden ermittelte das zuständige Landeskriminalamt noch in eine ganz andere Richtung: Die Ermittler vermuteten, dass die Täter die Hortensienblüten sogar als Rauschmittel einsetzten.

In der Fachliteratur wird der Hortensie gelegentlich eine „euphorisierende“ Wirkung zugeschrieben, vom Gebrauch sei allerdings abzuraten. Die getrockneten Blätter oder Blüten sollen geraucht eine ähnliche Wirkung wie Marihuana haben.