Remagen – Im Zusammenhang mit der angekündigten Schließung der fast 170 Jahre alten Schule auf der Rheininsel Nonnenwerth bei Remagen zum Sommer 2022 hat es eine Razzia gegeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Betruges ein. Vier Beamte der Anklagebehörde und rund 40 Polizisten durchsuchten am Mittwoch 13 Objekte im nördlichen Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Die Schule liegt dicht an der Grenze beider Bundesländer.
Ursache waren Strafanzeigen des Vereins „Schulwerk des Gymnasiums Nonnenwerth” sowie eines Elternteils. Demnach soll der Käufer von Insel und Schule insgeheim von Anfang an geplant haben, den Schulbetrieb nicht fortzuführen. Hierüber seien die verkaufenden Franziskanerinnen aber angeblich zunächst getäuscht worden, die daher einen niedrigeren als den sonst erreichbaren Kaufpreis vereinbart hätten.
Zudem soll der Beschuldigte Schülereltern später mit der Zusage der Schulfortführung zu Spenden im oberen sechsstelligen Bereich bewogen haben. Zu ihrer Verwendung habe er keine Rechnung vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft teilte aber auch mit: „Erste Erkenntnisse deuten allerdings darauf hin, dass es keine rechtsverbindliche Zusage einer Fortführung der Schule gegenüber den Veräußerinnen gegeben hat.”
Um die Zukunft des Gymnasiums hatte es schon viel Wirbel bis hin zu Demos mit Hunderten Schülern gegeben. Der Käufer begründete die im November 2021 angekündigte Einstellung des Schulbetriebs zum Ende des jetzigen Schuljahres mit vorgeschriebenen millionenschweren Brandschutzmaßnahmen in dem riesigen historischen Inselgebäude. In einem Exposé eines Immobilienmaklers waren aber dort auch schon Luxuswohnungen in Aussicht gestellt worden. Später sprach der Makler von einem Missverständnis.
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