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Rezepte stammen vom Großvater

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BERGISCH GLADBACH. Über der kurzen Hose ein schneeweißer Kittel, ein ebenmäßiges freundliches Gesicht - Jörg Wedermann lacht, er fühlt sich wohl. „Für kein Geld in der Welt will ich einen Laden haben - ich möchte ohne den Markt nicht leben.“ Er kann solche Aussagen treffen, denn seinen Fleisch-Stand hat er bereits 15 Jahre: ein (mittel-)alter Hase auf dem Wochenmarkt, der fest dazugehört.

Wedermann ist gelernter Metzger, wie Vater und Großvater auch, die beide gebürtig aus Thüringen stammen. Anfang der 60er Jahre beschloss der Vater, samt Familie in den Westen zu ziehen. 1965 wurde der kleine Jörg in Bergisch Gladbach geboren, nach der Schule absolvierte er eine Metzgerlehre. Damit war der Grundstock für die Zukunft gelegt: Die dritte Fleischergeneration der Familie Wedermann konnte beginnen.

Der 41-Jährige ist heute schon ein bisschen stolz auf seine Ware, die er zu 80 Prozent selbst herstellt. Das Fleisch kauft er von ausgesuchten Höfen aus dem Bergischen Land sowie aus dem Münsterland. Besonders gefragt sind seine Wurstwaren nach thüringischer Art, die ihresgleichen suchen. Was nicht weiter verwundert: Die Rezepte für die leckere Gewürzmischung in der Wurst stammen noch vom Großvater.

Das Wichtigste an seinem Job ist für Wedermann, immer ehrlich zu den Kunden zu sein. „Wenn ich meine, dass ein Kunde ein anderes Stück Fleisch nehmen soll, weil es besser zu dem Gericht passt, das er kochen möchte, sage ich ihm das.“ Auf die Frage nach seinem Hobby erzählt Jörg Wedermann wie aus der Pistole geschossen von seiner Kart-Leidenschaft. Wenn die Zeit es zulässt, begibt er sich mit Freunden auf die Rennbahn. Manchmal geht s zum Kart-Club Kerpen, manchmal nach Godorf in die Indoor-Halle. „Wir trainieren richtig und fahren kleine Rennen - fast wie in der Formel 1“, erklärt Wedermann, der selbst so ein Gefährt besitzt.