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Roggendorf und ThenhovenAufräumen nach dem Kölner Tornado

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Ein Dutzend Häuser verlor seine Dachziegel. (Bild: Gauger)

Köln – Heribert Rellecke konnte sich am Montagmittag immer noch nicht beruhigen: „Plötzlich wurde der Wohnwagen angehoben und gegen die Garage vom Nachbarn gedrückt. Es war unheimlich.“ Viele Hausbesitzer aus Thenhoven standen auch eine Nacht nach dem Tornado noch immer unter dem Schreck der Ereignisse: Dächer wurden abgedeckt, Autos schwer beschädigt, Scheiben zerstört, Bäume entwurzelt und ganze Vorgärten verwüstet. In einem Haus flog eine Dachziegel durch das geschlossene Badezimmerfenster und beschädigte die Badewanne. Am Thenhover-Escher-Weg war gestern der Tag der Handwerker, Versicherer und Gutachter. Fast im Akkord arbeiteten die Männer die Schäden weg. Während auf einem Dach ständig neue Ziegeln gehievt wurden, fotografierten Mitarbeiter von Versicherungen die Schäden an den Häusern gegenüber. Doch nicht alle Hausbesitzer hatten Zeit oder Urlaub und konnten die Arbeiter ins eigene Heim lassen. Und so sind viele Dächer bisher nur notdürftig mit blauen Planen abgedeckt. Die Feuerwehr berichtete, dass auf einer Länge von rund 300 Metern schwere Beschädigungen an Fahrzeugen, Wohnhäusern und Gartenanlage hinterließ.

Heribert Rellecke kam quasi noch mit einem blauen Auge davon. In seinem Garten wurde „nur“ ein großer gemauerter Grill zerstört („Den haben wir mit drei Mann aufgebaut“), ein Baum entwurzelt und anderes Inventar beschädigt. „Ich wollte gerade zur Wahl gehen und stand vor dem Haus. Plötzlich wurde es sehr windig und ich dachte ein Düsenjet naht“, erinnert sich Rellecke. In nur zwanzig Sekunden sei der Tornado vorbeigezogen - danach war Aufräumen angesagt. „Die Straße vor dem Haus war nicht mehr befahrbar. Und in meinem Wohnwagen steckten oben Dachziegeln“. Den leichten Schaden auf seinem Dach zahlt die Versicherung, den Schäden im Garten müsse er aus der eigenen Tasche bezahlen. In wenigen Tagen soll der Garten wieder aufgeräumt sein - für eine Party. Knapp einer gravierenden Verletzung entkam eine 53-jährige Frau. Sie stand auf dem Balkon, als ihr plötzlich ein Ast am Gesicht vorbeiflog. Ein anderes Paar aus Thenhoven stand vor dem Haus und verabschiedete gerade einen Bekannten. „Auf einmal fing es stark an zu regnen und dann hörte ich einen lautes Pfeifen“, erinnert sich der Hausbesitzer. Sekunden später sei wieder Ruhe eingekehrt. „Wir hatten Glück. Der Tornado zog 50 Meter an unserem Gebäude vorbei“, sagte der 49-Jährige.