BONN / DÜSSELDORF. Der aus Bonn stammende Ex-Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Roland Appel, ist vom Vorstand der in Bonn residierenden NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung als Geschäftsführer fristlos gefeuert worden. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Grünen-Politikerin Gisela Nacken, sagte der Rundschau, der Vorstand habe die Entscheidung am Samstag einstimmig und einvernehmlich mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD), und seiner Vertreterin Bärbel Höhn (Grüne), getroffen. Zu den Gründen für den ungewöhnlichen Schritt wollte Nacken nichts sagen. Es sei aber jedenfalls kein Stiftungsvermögen in die falschen Hände gelangt.
Appel selbst wollte ebenfalls nicht über die Gründe Auskunft geben, die zur Kündigung des nach Rundschau-Informationen auf 5000 Euro Monatsgehalt dotierten Postens geführt hatten. Er sei überrascht, dass die Sache öffentlich gemacht worden sei. Seines Erachtens sei der Vorstand zu einer Kündigung nicht befugt; dies könne nur der Stiftungsrat. Appel kündigte rechtliche Schritte an.
Im Dunkeln hinsichtlich der Hintergründe tappten gestern auch Mitglieder des Stiftungsrates. Die Swisttaler CDU-Landtagsabgeordnete Ilka Keller sagte der Rundschau, dass Appel sie in den vergangenen Wochen zweimal um ein Gespräch ersucht, sie dann aber versetzt habe. Ähnliches sei ihrem Fraktionskollegen Peter Lindlar widerfahren. Stiftungsvorstandsvorsitzende Nacken habe ihr versichert, sie baldmöglichst zu informieren; von Appel behauptete Kontroversen über die Verwendung von Fördermitteln hätten laut Nacken für die Kündigung keine Rolle gespielt.
Der 1954 in Köln geborene Grünen-Politiker Roland Appel hatte 1999 die Wiederaufstellung auf der Liste seiner Partei für die Wahl 2000 verfehlt. Einer der Gründe dafür waren Appels Beitragsschulden gegenüber der Partei - ein Punkt, der ihm schon Jahre zuvor innerparteilichen Ärger bereitet hatte. Im Sommer 2001 wurde Appel Geschäftsführer der in der Kaiser-Friedrich-Straße residierenden neuen Landesstiftung. Die CDU-Opposition im Landtag kritisierte die Ernennung damals als einen Coup de Filz. (sb)