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Rossi weiß, was Krebs bedeutet

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WIEHL. Seit 25 Jahren setzt sich Gerlinde Ruf mit der Oberbergischen Krebskrankenhilfe für Tumorpatienten ein. Erstmals in dieser Zeit wurde am Samstag groß gefeiert. Zum Jubiläumsfest in der Wiehltalhalle kamen mehr als 300 Oberberger, die seit der Vereinsgründung 1982 mit der Krankheit gekämpft oder sich gegen sie eingesetzt haben.

Die wohl bewegendsten Glückwünsche überbrachte der Schlagersänger Semino Rossi. Der gebürtige Argentinier hatte nicht nur viel zu singen, sondern auch etwas zu sagen. „Ich weiß, was Krebs bedeutet und was in euren Herzen vorgeht“, betonte Rossi. Sein bester Freund Nika sei krebskrank und kämpfe heute um sein Leben, sagte der Sänger. „Nika lebt in Mexiko. Die 50 000 Euro für seine Operation musste er selbst aufbringen.“ Wer dort kein Geld habe, müsse sterben. „Wir müssen zusammenhalten und gegen diese böse Krankheit kämpfen. Gemeinsam können wir es schaffen.“

Der mit den Musikpreisen Echo, Goldene Stimmgabel und Krone der Volksmusik ausgezeichnete Künstler sang seine Hits „Tausend Rosen für dich“ und „Ich denk an dich“. Vereinsvorsitzende Gerlinde Ruf dankte Rossi nach seinem Auftritt nochmals persönlich, dass er der Einladung nach Wiehl gefolgt war.

Mit Grußworten hatte das Fest in dem herbstlich-geschmückten Saal begonnen. Landrat Hagen Jobi hob Rufs Engagement hervor: „Wäre Ihre Tochter vor mehr als 25 Jahren nicht an Leukämie erkrankt, wäre Ihr Leben anders verlaufen. Doch manchmal trifft das Schicksal auf starke Menschen - Menschen wie Sie.“ Ruf und ihre Mitstreiter hätten sich mit „Nächstenliebe und Mitgefühl“ für Krebskranke eingesetzt, ihnen mit finanziellen Hilfen den Besuch beim Heilpraktiker oder die Ferien im Allgäu ermöglicht.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wiehl, Bianka Bödecker, betonte, dass die Krebskrankenhilfe dort ansetzt, wo Krankenhaus und Krankenkasse die Betroffenen alleine lässt. „Zuhören, beraten, organisieren, aufbauen, Wünsche erfüllen, Mut machen und einfach da sein: Das sind Sie, verehrte Frau Ruf“, sagte Bödecker. „Die Stadt Wiehl ist stolz auf Sie.“

Ihre Amtskollegin aus Gummersbach, Rita Sackmann, stimmte ins Loblied ein: „Das Bemühen um jeden einzelnen Patienten ist ein Leuchtturm in ihrem Wirken.“ Damit der Verein seine Arbeit fortsetzen kann, solle das Publikum nicht nur Beifall spenden. Moderator Horst Meinhold führte durch ein abwechslungsreiches Programm. Der Pianist Philip Scharnberg und „Rachel und Band“ spielten Klassisches und Pop. Viele Lacher hatte der Magier Jürgen Kellner auf seiner Seite. Er holte Jobi auf die Bühne und machte in zum Zauberkollegen „Magic-Tiger“, „der in Las Vegas ein ganz große Nummer ist“. So zauberte der Tiger mit Kellners Händen Tücher herbei und Spielkarten aus dem Ärmel.