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Rückgabe von Benin-BronzenClaudia Roth sieht in Restitution „Türöffner“

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Kulturstaatsministerin Claudia Roth während eines Pressegesprächs in ihrem Büro.

Berlin – Die vereinbarte Rückgabe von Benin-Bronzen aus deutschen Museen an Nigeria ist für Kulturstaatsministerin Claudia Roth nur ein erster Schritt. „Mit dem Abkommen ist der Druck nicht weg, im Gegenteil“, sagte die Grünen-Politikerin der dpa in Berlin. „Das ist nicht das Ende. Man darf nicht sagen: So, jetzt sind wir fertig mit der Geschichte. Ich glaube, das ist wie ein Türöffner. Das ist erst der Beginn.“ Die Bereitschaft in den Museen sei groß.

Deutschland und Nigeria hatten zuletzt den Weg frei gemacht für die Rückführung der in der Kolonialzeit geraubten Benin-Bronzen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem größten Bestand in Deutschland hat inzwischen das Eigentum seiner 512 Objekte an Nigeria übertragen. Statt ursprünglich geplant 220 sollen nun mit dem letzten Öffnungsschritt des Humboldt Forums in Berlin von Samstag an noch etwa 40 Objekte als Leihgaben gezeigt werden.

„Mit der Rückgabe der Benin-Bronzen, mit der Vereinbarung mit Nigeria gibt es auch eine ganz enge Kooperation auf Augenhöhe. Das Innere im Humboldt Forum hat sich verändert, da wurde viel neu gedacht und umgesetzt“, sagte Roth. Sie sieht eine große Chance, Verarbeitung kolonialer Geschichte und Verantwortung ernst zu nehmen. „Wir müssen versuchen, wo es geht, Gerechtigkeit herzustellen, als Voraussetzung für ein ganz neues Verhältnis mit den Herkunftsgesellschaften.“ (dpa)