Bislang galt: Sportliche Räder haben Kettenschaltungen mit vielen Gängen, behäbige Alltagsräder eine Nabenschaltung. Das war einmal. Denn auf dem Markt tut sich was.
Einfache Handhabung, Wetterfestigkeit, hohe Verschleißfestigkeit und geringer Wartungsbedarf - das sind die Vorzüge der Nabenschaltung. Einst undenkbar, fahren heute sogar Radsportler schon mit Rohloff-Nabenschaltung. Von diesem Imagegewinn profitiert auch Shimano. Jüngst in den Markt eingeführt wurde die Achtgangnabe „Nexus Inter-8“, die es als Standard- und Premium-Version gibt (190-240 Euro).
Drei weitere Hersteller bieten ebenfalls Nabenschaltungen an: SRAM (ehemals Fichtel & Sachs), Sturmey Archer und Rohloff. Das 14-Ganggetriebe „Speedhub 500 / 14“ von Rohloff aus Kassel gilt als Königin der Nabenschaltungen; es funktioniert ohne Rücktrittbremse, kann mit einem enormen Übersetzungsbereich von 526 Prozent aufwarten und ist überdies so leichtgängig wie hochwertige Kettenschaltungen (750-950 Euro). SRAM hat vier Nabenschaltungen (jeweils mit oder ohne Rücktritt) im Programm - von der klassischen Dreigangnabe „T 3“ (ehemals Torpedo-Nabe) bis zur Siebengangnabe „S 7“. Mit einer Hand per Drehgriff zu schalten ist die neue Neungang-Nabe „i-Motion 9“. Ab September sind erste Räder mit der i-Motion 9 lieferbar, unter anderem von Winora, Staiger und Utopia Velo. Die Preise liegen zwischen 600 und 1200 Euro. Sturmey Archer annonciert Getriebe von drei bis acht Gängen.
Mit einer Achtgang-Nabenschaltung kommt auch das neue „Avenue creme“ von riese und müller daher. Hochwertige Komponenten aus dem Mountainbike-Bereich, Luftfederung, leichte Reifen (der neue Supreme von Schwalbe), Lenker (von Humpert) und Tretkurbeln machen das „Avenue creme“ (ca. 1999 Euro) spritziger als manches Treckingbike.
Ein weiteres großes Thema sind wiederum die E-Bikes, die immer komfortabler, leichter und schneller werden. Ein Klassiker ist der neue „Flyer S“ des Schweizer Elektrorad-Spezialisten Biketech mit bewährtem Panasonic-Antrieb, der auch in der Flyer-F-Serie Verwendung findet. Mit der kaum 20 Kilo leichten „S-Klasse“ (ab ca. 2900 Euro) kommt man pro Akkuladung bis zu 60 Kilometer weit.
Ein Dauerbrenner bleibt das Faltrad, zum Beispiel „Gecko“ der Fahrradmanufaktur Utopia Velo ( www.utopia-velo.de ): Ein vollwertiges Fahrrad für Stadt und Tour, mit Hinterradfederung, das sich mit seinen 20-Zoll-Rädern mit wenigen Handgriffen (und ohne Werkzeug) auf ein handliches Packmaß von 115 x 37 x 85 Zentimeter zusammenfalten lässt (ab ca. 1499 Euro).
Eine (sinnvolle) Seltenheit ist das neue Jugendrad „Sweetwater“ (ca. 399 Euro) von Winora für Acht- bis Zehnjährige, die dem Kinderrad entwachsen und für das große noch zu klein sind. „Sweetwater“ hat 24-Zoll-Räder; für Jungs und Mädchen gibt es unterschiedliche Farben und zwei Rahmenformen - das finden die Kinder schick. Robust sind 7-Gang-Nabenschaltung und Nabendynamo. Halogenlampe und Rücklicht mit Standlichtfunktion bieten beim morgendlichen Schulweg in der dunklen Jahreszeit zusätzliche Sicherheit.
Bei den Reiserädern geht ein Trend zu hochwertigen Expeditionsfahrzeugen, die stabil sein müssen, viel Gepäck tragen und hohen Komfort bieten. Maßstab für diese Zielgruppe ist von riese und müller ( www.r-m.de ) das Nobel-Modell „Intercontinental“ (ab ca. 2299 Euro), eine Weiterentwicklung des „Delite black“, das 2000 als Pionier der gefederten Reiseräder auf den Markt kam.
Komfortabel - jedenfalls im Verhältnis zu Rennrad und Mountainbike - ist auch das Crossrad, das sich von Jahr zu Jahr besser behauptet. Es ist ein leichtes, geländegängiges Rennrad mit Stollenreifen, Rennlenker und puristischer Federung. Spezielle Crossbremsen erlauben breitere Reifen als beim Straßenrenner, zusätzliche Bremshebel am Oberlenker erhöhen die Sicherheit. Zwischen Reifen und Rahmenrohren ist mehr Platz als beim Rennrad (damit Schmutz nicht die Reifen blockiert). Das Tretlager liegt etwas höher - das bringt im Gelände mehr Bodenfreiheit. Sportliche Crossräder gibt es mittlerweile von fast jedem Hersteller. Kein Wunder: Auf Asphalt sind sie fast so schnell wie ein Rennrad, auf Feld- und Waldwegen wieselflink und agil. Das richtige also für Leute, die alles wollen.
