RHEINBACH. Ein Sommerempfang in der Glasfachschule im September, eine Mitgliederehrung beim Jahresabschluss, die Winterwanderung Ende Februar und zuletzt eine Diskussion zum Verkehrskonzept für die Stadt - das waren sie schon fast, die öffentlichen Auftritte von Reimund Koch als Vorsitzender der SPD Rheinbach. Zunächst stoppte den 46-Jährigen eine Operation und dann der Wechsel des Arbeitsortes. Nach etwas mehr als einem Jahr im Amt zieht Koch, der bis 2006 bei der Sparkasse Köln / Bonn arbeitete und anschließend eine Tätigkeit in Düsseldorf angenommen hat, nun die Konsequenz aus dem Zeitmangel und gibt den Vorsitz bei den Rheinbacher Sozialdemokraten wieder ab.
Das haben Vorstandsmitglieder auf Rundschau-Anfrage bestätigt. Offiziell wissen die etwa 170 Mitglieder noch nichts von den anstehenden Veränderungen. Da Koch derzeit im Urlaub ist, kann der Vorstand erst nach den Osterferien zusammenkommen, um die Mitgliederversammlung vorzubereiten, die dann in der letzten Aprilwoche über die Bühne gehen soll.
Einen Kandidaten für die Koch-Nachfolge gibt es bereits: Der 25-jährige Jura-Student Folke Deters soll das Amt übernehmen und Koch einen der beiden Stellvertreterposten bekommen. Erich Marschall scheidet dann aus dem Vorstand aus. Folke Deters ist bereits seit der Schulzeit am Städtischen Gymnasium politisch aktiv, wo er 2002 Abitur machte. Er gehörte dem ersten Rheinbacher Jugendparlament an und war zeitweise auch dessen Vorsitzender. Derzeit ist er sachkundiger Bürger der SPD im Verkehrsausschuss und im Jugend- und Sportausschuss des Stadtrates und im aktuellen Ortsvereinsvorstand Beisitzer.
Reimund Koch (46) war im März 2006 als Nachfolger von Gert-Uwe Geerts zum Vorsitzenden gewählt worden, allerdings mit einem bescheidenen Ergebnis. Knapp ein Drittel der anwesenden 46 Mitglieder stimmen gegen ihn. Die Jusos hatten den Personalvorschlag des Vorstandes ganz abgelehnt. Zum einem kritisierten sie die Machtkonzentration in der Familie Koch, denn Ehefrau Martina soll in diesem Jahr den Fraktionsvorsitz übernehmen und auch wieder Bürgermeisterkandidatin werden. Zum anderen spekulierte Juso-Mitglied Marco Deckers auf den Parteivorsitz. Frustriert legte er wenige Tage nach der Mitgliederversammlung überraschend auch sein Mandat im Stadtrat nieder. Wie ein Rheinbacher SPD-Vorstandsmitglied berichtete, haben sich in der Folgezeit noch weitere Mitglieder der Jusos zurückgezogen.
Die einstmals so aktive Jugendgruppe, die auch etliche Mitglieder in die Partei holte, sei praktisch auseinander gefallen.