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Rundum glücklich geworden in Brühl

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BRÜHL. Goldene Ordination feiert der Pfarrer im Ruhestand Gerhard Koslowsky am Sonntag, 1. November, in einer Festmesse, die um 10.15 Uhr in der Christuskirche am Mayersweg beginnt. Er selbst wird die Predigt halten.

Predigen wollte der evangelische Geistliche, der am 8. November sein 78. Lebensjahr vollendet, aus Altersgründen eigentlich nicht mehr. Doch Pfarrerin Renate Gerhard, die vor über 30 Jahren von Koslowsky konfirmiert worden war, bat den Amtskollegen darum, und sie gab ihm die gewünschte Möglichkeit, zuvor in einem Gottesdienst wieder in Übung zu kommen.

Der Feiertag Allerheiligen gibt das Predigtthema vor, die Seligpreisungen aus der Bergpredigt. Doch die Auslegung bleibt dem Jubilar überlassen. „Zusammenfassen könnte man meine Auslegung so: Jesus gibt keine neuen Gebote vor, sondern macht Angebote, und wenn davon Gebrauch gemacht würde, dann lebten wir schon im Reich Gottes“, erklärt Pfarrer Koslowsky.

Großen Wert legte der Jubilar darauf, dass der Jahrestag seiner Ordination genau am selben Tag gefeiert wird. Dafür musste er zwar auf das Erscheinen des Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, verzichten, doch Stellvertreterin Petra Bosse-Huber hat ihre Teilnahme in Aussicht gestellt.

Gerhard Koslowsky ist erst vor zwei Jahren mit seiner Ehefrau Ruth aus dem Westerwald nach Brühl gezogen. Grund dafür war die Nähe zu Tochter Johanna, die in der Schlossstadt lebt, und zu Sohn Hans Peter, der in Köln wohnt. Die beiden sind zwei der vier Kinder des Ehepaars Koslowsky. Sie alle und einige der acht Enkel werden zur Feier der Goldenen Ordination kommen. Enkelin Michaela Junghänel, gerade 17 Jahre alt, spielt im Gottesdienst ein Geigensolo für den Großvater. Außerdem singt die Kantorei, der sich Koslowsky im Tenor und seine Frau im Alt nach dem Zuzug angeschlossen hatten. Gesungen wird der Schlusschor der Bach-Kantate „Actus tragicus“ und der Chorsatz „Wohl mir, daß ich Jesus habe“.

Gerhard Koslowsky wuchs in Düsseldorf auf. Theologie studierte er nach dem Abitur in Bonn, Göttingen und Edinburgh. Nach dem Vikariat in Mettmann, im Südharz und in Ottweiler wurde er am 1. November 1959 in Steinbach bei Ottweiler ordiniert, was bedeutet, in den Dienst der öffentlichen Verkündigung der evangelischen Kirche berufen zu werden. Insgesamt auf fünf Pfarrstellen wirkte Koslowsky, zuletzt in der Concordia Church in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington.

In verschiedenen kirchlichen Gremien hat sich der Pfarrer außerdem engagiert, oft zu Fragen der Ökumene. In Brühl schloss er sich der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und dem Arbeitskreis Christen und Muslime an.

Geweckt durch

Glockengeläut

Im vergangenen Jahr hat Gerhard Koslowsky bereits zwei Goldjubiläen gefeiert: Goldhochzeit und 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD, für die er in seiner Zeit als Gemeindepfarrer in Dormagen von 1967 bis 1979 sogar ein Jahr lang im Stadtrat saß.

Dass die Koslowskys gegenüber der katholischen Pfarrkirche St. Margareta eine Wohnung gefunden haben, ist Zufall. „Jeden Morgen um 7 Uhr weckt uns schönes Glockengeläut“, freut sich der Pfarrer im Ruhestand.

Auf die Frage, wie er sich in seiner neuen Heimatstadt eingelebt hat, antwortet Gerhard Koslowsky: „Ich würde fast sagen, wir wurden vollkommen glücklich, wenn es die Vollkommenheit denn gäbe, und deshalb sage ich: Wir sind rundum glücklich in Brühl.“