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Schleidener Kripo-Chef tot aufgefunden

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Ratlosigkeit und Betroffenheit herrschten gestern Abend in der Schleidener Polizeiwache. Max Weiß, der Leiter des Kriminalkommissariats Schleiden und zugleich Vorsitzender der Kreisjägerschaft, war freiwillig aus dem Leben geschieden.

SCHLEIDEN. Gegen 10 Uhr war der 56-jährige Max Weiß zuletzt in der Schleidener Wache gesehen worden. Dass der Erste Kriminalhauptkommissar dann sein Büro verließ, war wegen seiner Aufgabe als Leiter des Kriminalkommissariats nichts Außergewöhnliches. In den Mittagsstunden wunderten sich die Kollegen allerdings, wo Weiß denn sei. In seinem Büro fanden sie Abschiedsbriefe - und leiteten sofort eine große Suchaktion ein.

Zunächst machten sich die Polizisten aus Schleiden auf die Suche, gleichzeitig wurden Hundertschaften zur Unterstützung angefordert. Aus Köln, Mönchengladbach und Bochum setzten sich die Polizisten in Richtung Eifel in Bewegung. Auch Polizisten, die nicht im Dienst waren, eilten von Zuhause aus los, um bei der Suche nach ihrem Kollegen mitzuhelfen.

Konzentriert wurde die Suche zunächst auf den Bereich von Weiß Jagdrevier, das sich vom Hellenthaler Wildgehege bis zur Oleftalsperre und der belgischen Grenze erstreckt. Neben mehr als 150 Polizisten wurden 14 Polizeihunde und ein Hubschrauber eingesetzt. Der Hubschrauber nutzte auch den so genannten Überflugkorridor und suchte das Gebiet jenseits der Grenze ab. Parallel dazu wurde im Raum Schleiden nach dem Polizisten gesucht.

Neben den Kräften der Polizei wurden Weiß Jagdkollegen alarmiert. Rund 30 Jäger eilten los, um die Polizei mit ihrer Ortskenntnis und ihren Geländefahrzeugen bei der Suche zu unterstützen. Auch Weiß Frau beteiligte sich an der Suchaktion.

Die Polizisten erfuhren von den Jägern unter anderem, dass Weiß nicht weit laufen könne. Er habe vor einiger Zeit bei einem Jagdunfall eine Beinverletzung erlitten, durch die er noch immer gehandicapt sei. Die Jäger führten die die Beamten zu Weiß Lieblingskanzel. Allerdings: Weder im Bereich der Lieblingskanzel noch an einer anderen Stelle in seinem Revier wurde der Jäger gefunden. Um kurz nach 17 Uhr verbreitete sich auf dem Parkplatz des Hellenthaler Wildgeheges die Nachricht, dass man Weiß Auto gefunden habe - an einem Waldweg zwischen Schleiden und Broich.

Dort, so Polizeisprecher Andreas Blum, habe eine Streifenwagenbesatzung den Wagen entdeckt. Max Weiß habe in seinem Lada gesessen. Er war tot, freiwillig aus dem Leben geschieden. Weiß hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Neben seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kollegen werden ihn auch die Jäger im Kreis schmerzlich vermissen. Seit 2001 vertrat er sehr engagiert als Vorsitzender der Kreisjägerschaft deren Interessen in der Öffentlichkeit, war für die Waidmänner Sprachrohr und Lenker zugleich.

Weiß wurde im „Olefer Kirchenforst“ gefunden, der nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt liegt. In den vergangenen Wochen, so einer seiner Jagdkollegen, habe Weiß den Olefer Kirchenvorstand bei der Neuverpachtung des Reviers beraten.

Der Kriseninterventionsdienst des DRK, der vom Opferschutzbeauftragten der Polizei, Jürgen Hauptmann, informiert worden war, betreute - zunächst in der Schleidener Polizeiwache - Weiß Familie.

Auch wenn es sehr nüchtern klinge, sagte Polizeisprecher Andreas Blum gestern Abend, müsse der Dienst für die rund 70 Polizisten, die in der Schleidener Wache Dienst tun (davon knapp zehn unter Weiß Führung im Kriminalkommissariat), trotz aller Betroffenheit weitergehen. Die kommissarische Leitung des Kriminalkommissariats werde, so Blum, zunächst Weiß Stellvertreter Benno Manderfeld übernehmen.