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Schuh des ManituSchöner wohnen die Schoschonen

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Comedian Michael "Bully" Herbig (l.) und Mathias Schlung als "Abahachi" posieren im Rahmen eines Fototermins zum Musical. (Bild: dpa)

BERLIN - Großes Indianer-Ehrenwort. Nicht, dass jemand daran gezweifelt hätte, dass Uschi (Michelle Splietelhof) auch trällern kann. Aber Abahachi (Mathias Schlung) und Ranger (Mark Seibert) singend-schmachtend am Marterpfahl? Santa Maria tanzend zwischen Hombre und den schießwütigen Kanaillen seiner Verbrecherbande? Und der schwule Winnetouch betörend vertont neben seiner neuen Flamme im Waschzuber seiner Puder-Rosa-Ranch?

Es hätte richtig schief gehen können, die Pferdeoper-Parodie des Bayern-Blödels Michael „Bully“ Herbig durch einen deutschsprachigen Western-Soundtrack (Musik: Martin Lingnau, Lieder: Heiko Wohlgemuth) noch einmal mehr zu verballhornen. Stattdessen will das Premierenvolk gar nicht mehr lassen vom Ouzo-Lied und vom Schoschonen-Song „Schoschonen wohnen so schön“. Klingt blöd? Ist ja auch Klamauk - aber guter Klamauk.

Es schadet zwar nicht, die Filmvorlage gesehen zu haben. Aber es ist tatsächlich atemberaubend, was die Live-Combo auf die Bühnenbretter bringt. In irrem Tempo, mit viel Liebe zum Detail und herrlicher Selbstironie versuchen die zwanzig Darsteller gar nicht erst, besser zu sein als ihre Filmvorbilder. Sie sind einfach brillant anders.

Die Handlung hingegen ist gleich geblieben: Häuptling Abahachi (der Winnetou-Klon) und Ranger (Old Shatterhand) borgen sich von Falscher Hase, dem Sohn des Schoschonen-Häuptlings, Geld, um vom Ganoven Santa Maria ein Stamm-Lokal für die Apachen zu kaufen. Doch Santa Maria dreht ihnen eine Bruch-Fassade an und erschießt Falscher Hase. Dessen Vater hält die Blutsbrüder Abahachi und Ranger für die Mörder...

Und eben weil Bully Herbig diesen Stuss so pointiert erzählt und dank Regie- und Wortwitzes nicht abschmieren lässt, übertrifft er sich in der Musical-Form vielleicht selbst: Der sächsische Sheriff, der den Ranger auf seinem sprintenden Gaul blitzt, wirkt auf der Bühne noch siegesgewisser.

Und die Technik hebt sich wohltuend von gängigen Musical-Moden ab. In bester Buster-Keaton-Manier rotieren Landschaften vorbei, werden fahrbare Bühnenteile bewegt. Einfach gutes Bühnen-Handwerk. Der schrille wilde Westen hat in Berlin ein neues Zuhause gefunden.