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Schuster meldet Insolvenz an

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GUMMERSBACH. Schock für die 112 Mitarbeiter der Firma Schuster Umweltdienst: Geschäftsführer Horst Schuster musste am Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Köln Antrag auf Insolvenz stellen. Nach OVZ-Informationen bewegt sich die Finanzierungslücke im hohen einstelligen Millionenbereich. Das Gericht, dem Schuster bereits ein Konzept für die Weiterführung des Unternehmens vorlegen konnte, bestellte Rechtsanwalt Rüdiger Werres als vorläufigen Insolvenzverwalter. Der informierte die Belegschaft noch am Nachmittag über die aktuelle Entwicklung. Werres sagte den Beschäftigten, die Rahmenbedingungen würden recht gut aussehen, so dass eine Weiterführung des Unternehmens durchaus realistisch sei. Und es gab noch eine gute Nachricht: Die Agentur für Arbeit sicherte bereits die Zahlung von Insolvenzausfallgeld für drei Monate zu. Eine Bank werde die Vorfinanzierung übernehmen, so dass bis spätestens Montag die noch immer nicht gezahlten Oktobergehälter angewiesen werden können, erläuterte Werres.

Die Nachricht von der drohenden Insolvenz kam völlig überraschend, denn erst vorige Woche hatte Schuster bekannt gegeben, dass sich der Wiesbadener Entsorger RMG mit 50 Prozent an seinem Unternehmen beteiligen wolle. Zu dieser Geschäftsverbindung konnte Insolvenzverwalter Werres gestern noch nichts sagen. Er versicherte jedoch, er stehe mit dem Wiesbadener Unternehmen in Verhandlungen. RMG-Geschäftsführer Klaus Kögel betonte am Abend, dass sein Unternehmen bislang noch nicht Gesellschafter von Schuster Umweltdienst sei. Er sagte allerdings, dass er sich bei einer Fortführung des Unternehmens eine Partnerschaft gut vorstellen könne. „Doch dazu müssen unsere Rahmenbedingungen erfüllt werden.“

Die Gründe für seine finanzielle Schieflage kann Horst Schuster schnell erklären. Um bis zu 50 Prozent sei der Preis für die Annahme von Gewerbemüll in den letzten beiden Jahren gesunken. Bei der Planung seiner neuen Müllsortieranlage in Herreshagen habe er noch mit ganz anderen Preisen kalkuliert. Auch der eigentliche Bau sei weitaus teurer geworden. Aus geplanten 9 Millionen Euro seien 15,6 geworden. Brandschutz und neue Gesetze hätten ihren Tribut gefordert. Weitere 1,5 Millionen Euro habe ihn 2006 die vorübergehende Schließung seiner Müllsortieranlage in Niederseßmar gekostet. Noch gravierender bekam Schuster zu spüren, dass er zu früh auf den Markt der Brennersatzstoffe gesetzt hat. Diese gewinnt er beim Sortieren des Gewerbemülls. Doch anstatt sein Endprodukt gegen gutes Geld an Kraftwerke liefern zu können, wandern die Brennersatzstoffe in die Müllverbrennung. Eine solche Anlage wird allerdings erst im kommenden Jahr in Hürth ans Netz gehen, und Horst Schuster hofft schon jetzt, dort seinen Brennersatzstoff absetzen zu können.