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Sind Vollkornkekse gesund?

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Irreführende Werbeslogans sollen verboten werden.

BRÜSSEL. Die Zeiten leerer oder irreführender Werbeversprechen bei Lebensmitteln sollen bald vorbei sein. „Zuckerfrei“, „natriumarm“ oder „ballaststoffreich“ darf künftig nur noch auf Verpackungen stehen, wenn diese Aussagen auch wissenschaftlich nachgewiesen sind. Das legt eine neue EU-Verordnung fest, die ab dem 1. Juli gilt. Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) kritisiert die Richtlinie, denn Brüssel sagt Dickmachern den Kampf an. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma legt innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre fest, welche Lebensmittel gute und schlechte Nährwertprofile haben.

Gesundheitsbezogene Angaben dürfen nicht mehr gemacht werden für Lebensmittel, die beim Gehalt an Salz, Fett oder Zucker bestimmte Grenzwerte überschreiten. Nährwertbezogene Angaben sind nur noch dann möglich, wenn lediglich ein einziger Nährstoff das Nährwertprofil überschreitet und auf die Überschreitung deutlich hingewiesen wird. So erfährt der Verbraucher etwa, dass die angeblich so gesunden, fettarmen Gummibärchen tatsächlich einen hohen Zuckergehalt haben. In vielen Fällen ist aber eine messerscharfe Abgrenzung kompliziert: Beispiel Hustenbonbons, die bisher mit dem Slogan „Gut für den Rachen“ angepriesen werden und tatsächlich das Kratzen im Hals stoppen. Die Kehrseite: Womöglich überschreitet der Zuckergehalt den Grenzwert. Aus diesem Grunde lehnt die Süßwarenindustrie bereits den Ansatz der EU-Verordnung ab. „Die Aufteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel ist unsinnig“, meint BDSI-Sprecher Torben Erbrath. Den „EU-Gesundheitscheck“ werden wahrscheinlich auch Vollkornkekse nicht bestehen. Zwar enthalten sie Ballaststoffe und sind deshalb verdauungsfördernd. Aber: Auch in dem Vitalgebäck steckt oft zu viel Zucker. Da der Lebensmittelmarkt völlig gesättigt ist, können Marktanteile nur noch mittels Werbung hinzugewonnen werden. Droht ein Werbeverbot, könnte sich die meist teure Herstellung von Vollkornkeksen bald gar nicht mehr lohnen.