MECHERNICH. Oberst Michael Konstanty litt mit seinen Soldaten, die gestern zu seinen Ehren auf dem Sportplatz der Bundeswehr in der Bleibergkaserne angetreten waren, als er das Kommando an Oberst Jens-Olaf Koltermann übergab.
Mehrmals bat er die Soldaten, ihr Barett zu lüften und sich zu lockern, denn bei rund 32 Grad im Schatten fiel es manchem Soldaten schwer, Haltung zu bewahren. Viele wurden blass und suchten Hilfe bei den Sanitätern.
Über anderthalb Stunden mussten die Soldaten ausharren. Damit sie nicht verkrampften, befahl Oberst Konstanty zwischendurch Lockerungsübungen. Zum Schluss der Kommandoübergabe gab sogar das Heeresmusikkorps 300 die stramme Formation auf und spielte unter dem Beifall der Gäste Dixieklänge. Amerikanische GIs sangen zum Ende der Veranstaltung mehrstimmig Gospellieder.
Bevor die Feier auf dem Grün begann, ehrte Oberst Michael Konstanty den kürzlich tödlich verunglückten Oberleutnant Tim Heinen mit einer Gedenkminute. Er wurde gestern in seinem Heimatort im Mechernicher Stadtgebiet beerdigt.
Rund 300 Soldaten aus ganz Deutschland waren zur Kommandoübergabe angetreten. Ihnen saßen rund 200 geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft gegenüber, viele davon im überdachten Zelt. Als Gäste waren neben amerikanischen auch belgische Soldaten anwesend.
Er lud zu seiner Verabschiedung im lockeren Feldanzug ein, der auch bei Auslandseinsätzen getragen wird. Mit Helm auf dem Kopf wäre die Veranstaltung bei der Hitze für die strammstehenden Soldaten zur Tortur geworden.
Die feierliche Kommandoübergabe nahm der stellvertretende Befehlshaber des Streitkräfteunterstützungskommandos, Generalmajor Kurt Hermann, für den erkrankten Generalmajor Bernd Diepenhorst vor.
Schelmisch hielt Oberst Konstanty bei der Kommandoübergabe den Stab mit dem Bundesadler fest, den Generalmajor Herrmann bereits ergriffen hatte, um ihn dem Nachfolger Oberst Koltermann zu überreichen. Soll ich loslassen?, fragte Konstanty und zog den Stab noch einmal an sich heran, was die Besucher mit einem Lachen quittierten.
Oberst Konstanty, der aus dem Kreis Daun stammt, verlässt Mechernich nach fünf Jahren, 42 Jahre war er aktiver Soldat, nun geht er in den Ruhestand. Sein Nachfolger Oberst Jens-Olaf Koltermann wurde 1958 in Bad Oldeslohe geboren, wo er auch aufwuchs. Seit 1978 ist er Soldat. Er arbeitete von 2006 bis 2008 beim Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik. Bevor er nach Mechernich kam, war er für mehrere Monate im Kosovo-Einsatz als Chief J6 and SNR im Hauptquartier der Kosvo Force in Pristina. Da Oberst Koltermann Mitglied im Generalstab ist, ist es gut möglich, dass er Mechernich in einigen Jahren als General wieder verlassen wird.
Nach den Feierlichkeiten auf dem Sportplatz wurden alle Gäste ins nahe gelegene Biwak zu kühlenden Getränken eingeladen.