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Sonniges Frühstück am Ufer der Sülz

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Die zweite Etappe der BLZ-Sommertour führt heute einmal quer durchs Stadtgebiet von Rösrath: 15 Kilometer von Boddert bei Bleifeld bis zur „Kaisereiche“ bei Forsbach.

RÖSRATH. Die Sonne lugt gerade über die Höhen, als wir gestern Morgen im Weiler Boddert zur zweiten Sommertour-Etappe aufbrechen. Inge Lohmar, die wir am Vortag in ihrem Garten getroffen haben, stärkt sich beim Frühstück für die heute anstehende Bohnenernte. Von Bleifeld kommt Ruth Voß herüber gelaufen - mit zwei Stöcken. Sechs Kilometer lang ist die Nordic-Walking-Runde, die sie jeden Morgen absolviert. „Diese Harmonie der Bewegung - eine Art von Abheben“, schwärmt die Bleifelderin.

Kühe drängen sich am Weidezaun. Nach dem Weg durch den Wald, vorbei am alten Franziskaschacht, kann man von Hove weit in die Rheinebene sehen. Und auf die pausenlos gen Süden startenden Flugzeuge. Siegfried Raimann schert das nicht. Er hat 1200 seiner morgendlichen 1500 Schwimm-Meter auf den Bahnen des Hoffnungsthaler Freibads absolviert. „Das ist meine Lebensversicherung“, sagt der Overather Vize-Bürgermeister, der in den Schulferien jeden Morgen zu den Frühschwimmern im neu gestalteten Bad zählt. „Eine herrliche Atmosphäre.“

Kaum hundert Meter weiter schwitzen Marcel Kreutz und Chy Chau beim Harken der Außenanlage an der Kita Purzelbaum. „Normalerweise kochen wir ja hier in der Kita, aber heute musste die Hecke mal gemacht werden“, sagt Zivi Marcel Kreutz, der später noch beim australischen Tag in der Kita mitwirkt.

Das Thermometer klettert. Tagesmutter Annetraud Sarnow macht mit ihren Schützlingen Marlene, Finn und Leo in der Hoffnungsthaler Ortsmitte noch schnell ein paar Besorgungen. „Heute Nachmittag gehen wir sicher noch etwas an die Sülz.“ Birte Kutzner und Annika Mersmann sind schon da. Mit ihrer Picknickdecke und einem gesunden Frühstück mit Tomaten aus dem eigenen Garten, Salat, Gurken vom Stöckerhof und Körnerbrötchen haben sie es sich am Sülzufer bequem gemacht. „Das hatten wir schon immer mal geplant - und dann bei dem Wetter heute . . .“, sagt die 25-jährige Sozialarbeiterin Annika Mersmann, die erst später arbeiten muss. Ihre Freundin Birte hat heute ganz frei. „Ein schöner Tag“, befindet sie strahlend und wünscht den BLZ-Wanderern eine gute Tour. Auf schattigen Wegen entlang der Sülz erreichen wir bald das kleine Paradies der Campinggemeinschaft Rösrath. Michael Hohenstein bringt die Blumen vor seinem holzverkleideten Camperreich. Zusammen mit Frau Isabel und den Kindern Saskia und Pascal, der bereits ein eigenes Domizil auf dem Platz hat, verbringt der Porzer die Ferien am Sülzufer. „Wir wohnen zwar in Porz auch am Rhein, aber am Wochenende ist da einfach zu viel los - und hier im Bergischen ist auch eine ganz andere Luft“, sagt der 47-Jährige.

Einige Meter weiter, wo früher die Fußballer von SV Union Rösrath kickten, drehen heute Mike und Marion Mohlberg mit ihren Reitschülern ihre Runden. „Vor drei Jahren haben wir den ehemaligen Sportplatz für unser ,Westernreiten Rösrath umgebaut“, sagt Mike Mohlberg und nimmt die Zügel der Pferde von Tochter Maxine und Tiana Roseck.

Die Sonne brennt auf den Sand, da haben Monika Plaire und Enkelin Leonie einen schattigeren Platz: Unter den Bäumen vor Schloss Eulenbroich füttern sie die Enten auf dem Teich mit Knäckebrot. Postbote Albin Westenberger spürt, dass die Ferien zu Ende gehen. „Jetzt gibt s wieder viel mehr Post“, sagt er, als er zum wiederholten Mal die Taschen an seinem Fahrrad mit Post aus dem Depotkasten an der Ecke Gerottener Weg / An der Foche füllt.

Abkühlung bei einem Glas Wasser suchen Herman Moons und seine Freundin Lut Kerkhofs an der Forsbacher Mühle. Die beiden Belgier sind von Rath aus hierher gewandert. Bis vor 14 Jahren war er als belgischer Soldat in Deutschland stationiert, hat in Bensberg gewohnt. Jetzt zeigt er seiner Freundin die Region - beim Urlaub im Rheinland.

Stephan Killing ist mit seiner Familie aus Lindlar in den Königsforst gekommen, um Rad zu fahren. „Hier ist es einfach nicht so steil wie bei uns“, erklärt er und besteigt mit Frau Britta und Töchtern Vera (6) und Maren (4) wieder die Räder. Gut Leidenhausen ist ihr Ziel. Unseres liegt nur noch einen Steinwurf entfernt: die so genannte „Kaisereiche“. Heute geht s von dort weiter über Refrath nach Bensberg.