LOHMAR. Nichts Saures sollte es geben in dieser Halloween-Nacht, viel lieber Süßes, für die ganze Familie vor allem. Und eine Nachtwanderung wollte der Heimat- und Geschichtsverein Lohmar schon lange einmal unternehmen. So lud der Vorstand ein zum gemeinsamen Spaziergang in der Dunkelheit und mit einem ganz besonderen Ziel: Lohmarhohn, jenes historische Gut, das sich seit einiger Zeit im Privatbesitz Joey Kellys befindet und deshalb nicht alle Tage zu besichtigen ist.
Wir wollten es eigentlich gar nicht so groß machen, wunderte sich der Vorsitzende Gerd Streichardt. 170 Menschen hatten sich angemeldet, unter ihnen tatsächlich viele Kinder mit ihren Eltern. Und damit keiner der kleineren Wanderer in dieser wirklich pechschwarzen Nacht verloren ging, teilte Pressewart Martin Klein seine höchstpersönliche Spende aus: phosphorisierende Stäbe, die wahlweise zum Ohr- oder Halsschmuck, für einen kleinen Dackel auch zum Halsband umfunktioniert wurden.
Vom Deuvelspötz und vom Boomjeist vom Ingebäch hatte Hans Dieter Heimig bei der Rast in einer Schutzhütte aus dem von ihm mit herausgegebenen Lohmarer Sagenbuch vorgelesen. Ein bisschen aus dem Nähkästchen erzählt hat dazu der Illustrator Raimund Schüller. Doch statt die Gesellschaft all zu sehr zum Gruseln zu bringen, empfing die Gäste von Lohmarhohn leuchtender Feuerschein. Den Holzstapel hatten zuvor Pfadfinder gerichtet, Würstchen und Punsch spendete der Heimat- und Geschichtsverein. Als Kind habe ich hier noch viel gespielt, freute sich Gerd Streichardt über die Gastfreundschaft des Vereinsmitglieds Joey Kelly und die Gelegenheit, das Gut, das ehemals den Steyler Missionaren gehört hatte, inklusive Kirchlein wieder einmal in Augenschein nehmen zu dürfen. Ein Anwesen, das von seinem neuen Besitzer sehr sorgsam gehütet wird. So ein Gehöft gibt es kaum noch einmal, es ist mir eine Ehre, es für eine Zeit zu besitzen, begrüßte Joey Kelly seine Gäste.