Abo

Sperrung verwirrt Wanderer in der Heide

3 min

TROISDORF. Zig-Tausende von Spaziergängern sind viele Jahre in der südlichen Wahner Heide auf einem etwa tausend Meter langen Weg zwischen Moltkeberg und Sallbachhügel gewandert, den auch Panzer nutzten. Erlaubt war das nicht, weil das Gebiet für Fußgänger tabu war.

Sie durften nur in bestimmte Bereiche der Heide und das nur am Wochenende. Wurden sie dann von den belgischen Militärs auf dem Weg angetroffen, scheuchten die Soldaten sie aber trotzdem nicht fort, wie viele Spaziergänger berichten. Seit dem 1. Januar 2005 werden Wanderer aber nun öfter angesprochen, vom Forstpersonal und auch von den neuen Landschaftswächtern, die nach dem Abzug der Belgier in der Heide nach dem Rechten sehen. Grund: Seit Anfang des Jahres gilt in der Wahner Heide eine Naturschutzverordnung der Bezirksregierung mit einem strikten Verbot für den Weg, weil er mit Kampfmitteln belastet sein könnte.

Dabei war es kurzzeitig nach Abzug der Belgier vergangenes Jahr sogar gestattet, auf der ehemaligen Panzertrasse zu wandern. Damals wurde ein Schild mit den erlaubten Wegen auf dem Parkplatz an der Altenrather Straße nahe des Fliegenbergs aufgestellt, darunter der besagte Panzertrassenweg. Ein ziemliches Kuddelmuddel. Zumal das Schild noch heute steht und die neuen Markierungen im Gelände (Pfähle mit roter Farbe an der Spitze) für diesen Weg nicht eindeutig sind.

Das Ganze hat nun die Grünen auf den Plan gerufen, die im Kreistag einen Antrag stellen, die frühere Panzertrasse wieder in das Wegekonzept aufzunehmen und eine Kampfmittelsondierung einzuleiten. Sie berufen sich darauf, dass der Kreisumweltausschuss im Jahr 2003 einstimmig für diesen Wanderweg innerhalb des „Erholungslenkungskonzepts Wahner Heide“ votiert hatte. Er bietet nämlich auf dem Rundweg des mit vielen Bäumen bewachsenen Geländes die Möglichkeit, auch einmal die typische Heidedünenlandschaft zu sehen. Die größtenteils bewachsenen Binnensanddünen haben sich seit der letzten Eiszeit durch Flugsande aufgebaut. Sie gelten als letzter bedeutender Dünenzug im Rheinland, sagte Holger Sticht vom Bündnis Wahner Heide.

Klar ist, dass in dem Gelände viel Munition verschossen wurde, der Moltkeberg diente zum Zielschießen. Den will wegen der hohen Belastung auch niemand für Spaziergänger freigeben. Aber auf dem Panzerstraßenweg, so sagten Horst Becker und Antje Schäfer-Hendricks von den Grünen, seien jahrzehntelang schwere Panzer gefahren und nichts sei passiert. Auch würde das Forstpersonal weiterhin mit schweren Geländewagen den Weg nutzen. Kein Wanderer in der Heide würde begreifen, warum es verboten sei, und damit bestehe die Gefahr, dass sich Wanderer einfach andere Routen suchen. Damit, so befürchten die Grünen, könnte aber das gesamte Wanderwegkonzept, mit dem die Natur geschützt werde, in Gefahr geraten. (ca)