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SprachentwicklungWas Kinder können sollten

3 min

Was sollte ein Kind wann können? (Bild: dpa)

Der Junge von nebenan plappert schon wie ein Weltmeister. Das eigene Kind spricht noch keinen ganzen Satz. "Ist das normal?", fragen sich Eltern dann und sind verunsichert.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) informiert ab sofort auf seiner neuen Internetseite "Sprich mit mir!" über die kindliche Sprachentwicklung.

Für jedes der ersten sechs Lebensjahre werden hier drei Grundfragen beantwortet: Was versteht ihr Kind? Was spricht ihr Kind? Wie können Sie ihr Kind altersgemäß fördern? Unter diesen Aspekten haben auch wir den unten stehenden Auszug zusammengestellt:

Das erste Lebensjahr

- Manche Kinder sprechen die ersten Wörter schon vor dem ersten Lebensjahr, andere erst zwischen dem 12. und 18. Monat.

- Aufforderungen wie "komm her" kann das Kind verstehen und entsprechend reagieren.

- Es kann Mama und Papa, "Ato" (Auto) oder "Sasse" (Flasche) sagen.

-Bilder in Bilderbüchern erkennt es. Man kann es fördern, indem man Geräusche dazu macht.

Das zweite Lebensjahr

- Ihr Kind weiß jetzt, dass man mit Wörtern Fragen stellen, Antworten geben und Besitz anzeigen kann.

- Zwei-Wort-Sätze zum Beispiel "Papa weg" , versteht das Kind. Außerdem auch, was Oma und Opa am Telefon erzählen

- Fragen stellen ("Is das?")

- Wörter werden noch vereinfacht ("nane" statt Banane) und nicht immer richtig ausgesprochen,("fis" für "Schiff").

- Kinderlieder wie "backe backe Kuchen" mitsingen

- Mama beim Vorlesen und Geschichtenerzählen zuhören

Das dritte Lebensjahr

- Ihr Kind kann nun beim Sprechen drei oder mehr Wörter aneinander reihen.

Verben werden oft in der Grundform gebraucht ( "Tina auch essen").

- Einfache Sätze werden oft richtig gebildet (zum Beispiel "Mama malt").

- Ihr Kind beginnt, schwierige Lautverbindungen (z. B. "bl" wie in Blume) zu beherrschen.

- Es stellt viele Fragen mit W-Wörtern wie "Was", "Wo", "Wie".

Das vierte Lebensjahr

- Ihr Kind kann jetzt schwierige Satzkonstruktionen verstehen.

- Mittlerweile versteht es auch das Passiv. Der Satz "Der Junge wird von dem Mädchen geschubst" bedeutet das gleiche wie "Das Mädchen schubst den Jungen".

- Pronomen wie "er", "sie", "ihr", "ihm", "mir", "mich" verwendet es.

- Es bildet Sätze mit Nebensätzen wie "Ich trinke Apfelsaft, weil der lecker ist".

- Über Ereignisse der Vergangenheit und der Zukunft spricht es mit den richtigen grammatischen Formen: "Ich habe mit Mama gespielt" oder "Morgen kommt Oma".

- Wörter wie "auf", "in" oder "mit" kann das Kind verstehen und gebrauchen.

Das fünfte Lebensjahr

- Ihr Kind beherrscht jetzt alle Laute seiner Sprache.

- Bei den Zischlauten "s" oder "sch" kann es noch zu Ungenauigkeiten in der Aussprache kommen.

- Manche Kinder benutzen im Rollenspiel den Konjunktiv: "Ich wäre die Prinzessin und wohnte alleine in meinem Schloss, du würdest mich besuchen".

- Ihr Kind kann über Dinge sprechen, die es erlebt hat. Manchmal gerät dabei die Reihenfolge noch durcheinander.

- Es kann telefonieren und über Sachen reden, die das Kind nicht sieht.

- Es versteht, wenn ihm jemand von etwas erzählt, wo es nicht dabei war.

- Es bemerkt, wenn Mama aus einer Geschichte, die es kennt, beim Vorlesen auf einmal etwas auslässt.

- Kinderlieder werden mit richtigen Strophen gesungen.

Das sechste Lebensjahr

- Immer kompliziertere Geschichten sind nun kein Problem mehr.

- Ihr Kind kann über Dinge, die es erlebt hat, verständlich berichten, Begriffe erklären und Fragen stellen, wenn es etwas nicht versteht.

- Es kann kleine Geschichten problemlos nacherzählen und bringt nur noch selten die Reihenfolge durcheinander.

- Es erzählt Oma Erlebnisse aus dem Kindergarten so, dass sie alles versteht.

- Es kann Freunde begrüßen und sich verabschieden.

Weitere Informationen zur Sprachentwicklung finden Sie im Internet unter sprich-mit-mir.org