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StaudterhofEin Mädchentraum erfüllte sich

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Hellenthal – Es ist stockfinster. Nur der Lichtkegel der Taschenlampe erhellt ein wenig den Raum. Auf leisen Sohlen schleicht sich ein Mädchen in die Staudtschen Gemächer. Es knarrt. Das Mädchen erschrickt, rennt zurück in den Bediensteten-Trakt, springt ins Bett und zieht sich die Decke über den Kopf. „Nach zehn Minuten war die Neugier wieder größer als die Angst und ich habe einen erneuten Anlauf gewagt“, sagt Gabriele Baumann-Neubert mit einem Lächeln. Heute, gute 40 Jahre später, gehört dem zwölfjährigen Mädchen von damals der Staudterhof in Hellenthal. „Ein Mädchentraum ist in Erfüllung gegangen“, sagt Gabriele Baumann-Neubert, als sie die Treppe zum Haus hinaufgeht. Das Strahlen ihrer Augen bestätigt das Gesagte.

Zurück zu den Wurzeln

Nach 30 Jahren in Düsseldorf sei der Weg zurück nach Hellenthal ein Weg zu den Wurzeln gewesen. Denn Baumann-Neubert ist in dem Eifelort aufgewachsen. Als Mädchen passte sie auf die Kinder von Horst Niesters und Horst Pankatz auf, die im Bediensteten-Trakt des Staudterhofs wohnten. Niesters und Pankatz brachten mit Hausbesitzer Guillermo Staudt das Wildgehege auf den Weg.

Zurück zu den Wurzeln war auch das Motto von Baumann-Neubert, als es um die Renovierung des ehemaligen Schullandheims der Stadt Grevenbroich ging, von der sie das Anwesen 2006 erwerben konnte. „Am 22. Dezember habe ich den Notarvertrag unterschrieben“, sagt die Hellenthalerin. Unterm Weihnachtsbaum habe dann ein Foto des Hauses gestanden. Ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk also - ein Geschenk, das mit viel Arbeit verbunden sein sollte. Dabei achtete sie darauf, dass - so gut es ging - der ursprüngliche Charakter des Hauses wieder zum Vorschein kam. Zwar war vieles gut erhalten, doch die Jahre als Schullandheim gingen nicht gänzlich spurlos an dem „Barockschlösschen“ vorbei.

„Ich habe sehr viel selbst gemacht“, sagt Baumann-Neubert. So habe sie etwa die Fensterläden und Türen gestrichen oder die Außengeländer vom Rost befreit. Unterstützt wurde sie dabei von ihren Eltern, die ebenfalls in den Staudterhof gezogen sind. Viel Arbeit steckten sie in die Erneuerung der sanitären Anlagen. Die Duschkabinen und Toiletten für die Jungs und Mädchen wurden herausgerissen und eine Wellness-Oase sowie ein Gästebad entstanden.

„Ich möchte möglichst viel Zeit hier in Hellenthal verbringen, daher habe ich mir diesen Luxus gegönnt“, sagt die

55-Jährige, die sich im Staudterhof sichtlich wohl fühlt. Das Haus sei geradezu für sie gemacht, sagt sie. Denn die Möbel, die sie mit ihrem Mann, einem Kunsthändler, der „über die Kaufverhandlung leider verstorben ist“, angesammelt hatte, kommen wunderbar zur Geltung.

Bilder, antike Accessoires und jagdliche Gegenstände runden das Gesamtbild ab. Und Gabriele Baumann-Neubert vermittelt ihren Gästen bei der Hausführung immer das Gefühl, dass auch sie hierin gehört.

Kunstvoll geschnitzte

Holztreppe

Sicher ist, dass das denkmalgeschützte Gebäude mit den unzähligen Schmuckstücken - wie der kunstvoll geschnitzten Holztreppe, den stilvollen Türen, den heimeligen Kaminen, den blütenweißen Stuckdecken, den blauen Wandfliesen in der Diele, den vielen Abbildungen der Distel (dem Wappen der Staudts), der Ahnengalerie im Treppenhaus oder dem Stammbaum der Erbauerfamilie Staudt - bei ihr in den besten Händen ist. Und wenn Gabriele Baumann-Neubert so mit ihrem „Schlosshund“ Sam durch die Räume schlendert, braucht sie heutzutage auch keine Taschenlampe mehr.