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Stefanie Eschbach„Ich trete kein schlechtes Erbe an“

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In Bergisch Gladbach geboren, am Kölner Stadtrand aufgewachsen - Arbeitsstellen in Köln, Düsseldorf und Mettmann - Stefanie Eschbach ist eine waschechte Rheinländerin. „Es gibt Fotos von mir als Funkenmariechen, da konnte ich noch nicht mal laufen.“ Die 41-Jährige ist neue Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Wipperfürth - auf den Karneval freut sie sich schon jetzt.

„Ich komme aus einer gar nicht besonders christlichen Familie“, erzählt sie. „Aber über die Konfirmation und die Jugendarbeit bin ich neugierig auf den Glauben geworden.“

Nach dem Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium Bensberg packt die junge Frau ihren Rucksack und fährt für mehrere Monate nach Israel. „Ich hatte ganz viele Fragen und wollte zu den Wurzeln vordringen.“ Dann steht der Entschluss fest. Stefanie Eschbach studiert evangelische Theologie - in Wuppertal, Kiel und Jerusalem. Ihr Examen legt sie an 1997 der renommierten Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg ab.

Während ihres Vikariats in Wuppertal unterrichtet die junge Theologin unter anderem an einer Berufsschule für Hörgeschädigte. Der Berufsweg führt weiter nach Köln, dort betreut die Pfarrerin unter anderem ein City-Kirchen-Projekt mit Café, Buchladen und Kleiderstube. Es folgen eine Stelle als Gemeindepfarrerin in Düsseldorf-Benrath und als Schulpfarrerin in Mettmann. Ende 2010 entschließt sie sich, sich für die Pfarrstelle in Wipperfürth zu bewerben. Nach Probegottesdienst und Konfirmandenstunde entscheidet sich das Presbyterium mit großer Mehrheit für die Frau mit der roten Lockenmähne.

„Wipperfürth ist eine spannende Gemeinde, auch wegen der vielen ökumenischen Projekte“, davon ist Eschbach überzeugt. Die Aufgabe als Pfarrerin wird gewiss nicht ganz leicht, denn ihr Vorgänger Peter Hennecke war 32 Jahre lang in Wipperfürth und hat die Gemeinde sehr geprägt. Aber sie freut sich auf die Herausforderung. „Ich trete ja kein schlechtes Erbe an.“ Gespannt ist sie auch, wie der Austausch mit den katholischen Geistlichen vor Ort funktionieren wird.

In ihrem Privatleben - die 41-Jährige ist ledig und hat keine Kinder - pflegt Stefanie Eschbach zwei Hobbys, die für einen Vertreter der Kirche eher ungewöhnlich sind. „Ich tanze turniermäßig, von Cha-Cha-Cha bis Walzer - das ist ein guter sportlicher Ausgleich. Und ich zaubere gerne. Allerdings bin ich noch ein Zauberlehrling.“ Doch die Aufnahmeprüfung in den „Magischen Zirkel“, die Internationale Vereinigung der Zauberer, hat sie bereits bestanden. Und so zaubert Stefanie Eschbach manchmal ganz unvermittelt ein Schäfchen aus dem Ärmel. „Eine Jungfrau habe ich allerdings noch nicht zersägt.“

Am Sonntag, 19. Juni, 9.30 Uhr, findet in der Kirche am Markt die offizielle Einführung von Pfarrerin Stefanie Eschbach statt. Im Anschluss gibt es einen kleinen Empfang.